Menschenrechtsgruppe: Israelische Streitkräfte wenden im Westjordanland „ungerechtfertigte tödliche Gewalt“ an
Press TV- Angaben einer großen internationalen Menschenrechtsorganisation zufolge haben die israelischen Streitkräfte „ungerechtfertigt tödliche Gewalt“ gegen palästinensische Zivilisten im besetzten Westjordanland angewendet.
Der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) teilte am Freitag in einer Erklärung mit, dass es in der ersten Hälfte dieses Jahres zu einer erheblichen Eskalation der Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in den palästinensischen Gebieten gekommen sei. Mehr als 1.000 Menschen seien gewaltsam vertrieben und fast 160.000 Häuser seien abgerissen worden.
Dem NRC zufolge töteten israelische Streitkräfte und Siedler von Januar bis Juni des aktuellen Jahres 228 Palästinenser, darunter 58 Kinder. Das ist ein Anstieg von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Die Daten deuten darauf hin, dass die israelischen Streitkräfte ungerechtfertigt tödliche Gewalt gegen palästinensische Zivilisten anwenden“, sagte die NRC-Landesdirektorin in Palästina Ana Povrzenic in einer Pressemitteilung.
„Wir können die sich verschlechternde Lage im Westjordanland nicht von den Handlungen hochrangiger israelischer Politiker trennen, die unter Verletzung des Völkerrechts die Souveränität über das Westjordanland etablieren wollen“, betonte sie.
Darüber hinaus erklärte der NRC, Israels „rechtswidrige Zerstörung“ palästinensischen Eigentums habe „ein beispielloses Ausmaß erreicht“. Bis zum 30. Juni seien 643 Gebäude zerstört worden, was einer Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspreche.
„In den meisten dieser Fälle meldet Israel, dass für die Gebäude keine von Israel ausgestellten Baugenehmigungen vorliegen, die für Palästinenser praktisch unmöglich zu bekommen sind“, hieß es weiter.
Sie betonte, dass die Staaten mehr tun müssten, um Israel, einschließlich seiner Zentral- und Lokalverwaltungen sowie seiner Streitkräfte, für schwere Verstöße gegen das Völkerrecht zur Verantwortung zu ziehen.