May 04, 2016 09:33 CET

Hörerpostsendung am 03.April 2016 Bismillaher rahmaner rahim Überraschungen beleben unseren Alltag liebe Hörerfreunde, und IRIB ist immer wieder mal gut für Überraschungen, da stimmen Sie uns ja sicher zu. Gleich zu Beginn der neuen Kurzwellen-Sendeperiode bekamen wir diese Tatsache zu spüren. Einfach so und ohne Vorankündigung wurden die Ausstrahlungen über die Morgenfrequenzen von IRIB in Deutsch zum 27. März eingestellt.

Sollen die Kurzwellenhörer und die Leute von der Hörerpostabteilung doch damit zurecht kommen wie sie wollen – schien die Devise der Verantwortlichen zu sein.

Aufmerksame Hörerfreunde wie Dieter Leupold und Bernd Seiser hatten aber schon zuvor die Entwicklungen in dieser Richtung in einer Internetmeldung aufgespürt. In Ihren Mails zitierten sie eine Meldung vom 13./14. März 2016 von Radio Eins. Darin hieß es unter anderem:

"In einem russischen Hobbyforum wird eine E-Mail der russischen Redaktion des iranischen Rundfunks IRIB zitiert. Demnach sollen zum 21. März 2016, dem iranischen Neujahrstag (Nouruz) und zugleich Beginn der Sommerzeit im Iran, die Ausstrahlungen auf Kurzwelle entfallen.

Von der deutschen IRIB-Redaktion gibt es bislang keine derartigen Aussagen. Im Gegenteil hieß es in ihrer Sendung am 13. März, man hoffe, die zuständige Abteilung von IRIB werde die zum 27. März zu erwartenden Frequenzänderungen bald „preisgeben“. Zitiert wurden dabei auch Hörerzuschriften, die eine ungenügende Signalstärke der Ausstrahlungen am Morgen beklagen.

Ein am 14. März veröffentlichter Stand der internationalen Frequenzkoordination des Kurzwellenrundfunks für das Sommerhalbjahr 2016 zeigt technische Planungen für ein unverändertes Ausstrahlungsvolumen von IRIB. Die deutschen Sendungen aus Teheran sollen demnach ab dem 27. März um 9.23 Uhr auf 15175 und 17520 kHz (dann beide Frequenzen aus Sirdschan), um 19.23 Uhr auf 7235 kHz (Kamalabad) und 9660 kHz (Sirdschan) laufen. Autor: Kai Ludwig

Das die angekündigten Morgenfrequenzen dann doch wohl nicht zum Einsatz kamen, zeigen u.a. folgende Hörermails:

 

"28.03.2016 - Ostermontag-Feiertag in Österreich

Werte Redaktion!

Die Morgensendungen waren weder am Ostersonntag/

noch am Ostermontag in Ostösterreich zu hören.

Nur atmosphärisches Rauschen auf den Freqenzen 15175kHz / 17520kHz ab 0723utc!

31.03.2016

"Werte Redaktion!

Inzwischen wurde von mehreren unabhängigen Stellen im Internet gemeldet das die deutschsprachige Morgen-Sendung von IRIB ersatzlos gestrichen wurde. Schade. Paul Gager Wien."

"Liebes Team der deutschen Redaktion von IRIB!

Gerade wollte ich den freien Vormittag nutzen, um IRIB- Teheran wieder zu hören. Leider war auf keiner der mir vorliegenden Frequenzen um 07.30 UTC ein Empfang möglich. Ich habe 15175, 17520 und 17780 kHz ohne Erfolg aus-probiert. Deshalb möchte ich Sie bitten, mir die aktuellen Sendezeiten und Frequenzen mitzuteilen. Besten Dank dafür im Voraus.

Mit den herzlichen Grüßen an die gesamte deutsche Redaktion der Stimme Irans,

Ihr Hörer Jörg-Clemens Hoffmann, Alsbach"

Wir schrieben Herrn Hoffmann, dass die Morgensendungen wohl erst einmal ganz ausgefallen sind. Darauf antwortete er:

 

"Hallo nach Teheran!

Schade, das sind nicht so gute Nachrichten. Vielleicht melden sich noch mehr Hörer, die die Morgensendung vermissen. Eventuell wäre es möglich, wenn nur auf einer Frequenz gesendet wird. Morgens um 07.20 UTC war das deutsche Programm von IRIB auf KW konkurrenzlos, was abends nicht der Fall ist."

Danke Herr Hoffmann, hier die Reaktion von Dieter Leupold:

"Hallo liebe IRIB - Redaktion

Es ist natürlich sehr schade, dass Ihr nicht mehr am Morgen über Kurzwelle zu empfangen seid. Dieter Leupold"

Herr Leupold hängte uns auch wieder eine Information von Radio Eins an seine Mail an, die folgendermaßen lautet:

Kurzwellensendungen von IRIB eingeschränkt

Zum 27. März 2016 kam es zu Einschränkungen bei der Kurzwellenverbreitung der Auslandssendungen des iranischen Rundfunks IRIB. Entfallen sind unter anderem alle Ausstrahlungen, die bislang am hiesigen Morgen nach Europa gerichtet wurden, darunter auch in deutscher Sprache.

Die Sendeanlage Kamalabad bei Teheran wird jetzt möglicherweise nicht mehr genutzt.

Darauf deuten entsprechende, kurzfristige Nachträge zur internationalen Frequenzplanung.

Das scheint wohl der Stand der Dinge zu sein, der verwirrend ist, denn auch der Leiter der Auslands-sendungen von IRIB schrieb uns am gestrigen Samstag, dass die Morgenfrequenzen bei IRIB bis zum 19. April 2016 gelten und danach die Radiosendungen von IRIB in deutscher Sprache vormittags weiterhin nur über Internet, Satellit und Handy-App zu empfangen sind, und nur noch die Abendsendungen über Kurzwelle ausgestrahlt werden.

Verwirrende Termine und eine Wahrheit: Die moderne Zeit hält auch bei IRIB schon seit langem Einzug und die alten Techniken werden auch hier in Teheran wohl nicht mehr auf unbestimmte Zeit zu erhalten sein. Eine Tatsache, mit der "Wir und unsere Hörer" wohl leben müssen, so leid es uns tut.

Wie Ihre Meldungen auch immer wieder dokumentieren, schalten nach und nach viele Länder die Kurzwellen ab.

Unser lieber Hörerfreund Bernd Seiser geht sogar noch weiter und warnt, dass durch die Abschaltung der Kurzwelle auch die entsprechenden Redaktionen aufgelöst werden könnten. Er schrieb:

"Wenn tatsächlich im Iran die deutschsprachige Kurzwelle abgeschaltet wird, wird wie es wohl wie im März 2016 bei Radio Schweden geschehen auch nicht mehr lange dauern, bis die deutsche Redaktion aufgelöst wird.

Mit dem EU-Beitritt einiger Staaten war es auch so, dass dann die deutschsprachige Kurzwelle aufgegeben wurde, weil die betreffenden Länder ihr EURO-Ziel erreicht hatten und ihnen die Hörer egal waren.

Aber viele, die dann nur noch im Internet gesendet haben, mussten dann ganz aufgeben, ohne Rücksicht auf die Arbeitsplätze der Redaktionsteams oder das Interesse der deutschsprachigen Hörerschaft.

Deshalb empfehle ich der deutschen Redaktion von IRIB sich bei den Verantwortlichen in Teheran unbedingt auch im eigenen Interesse des Arbeitsplatzes für den Erhalt der Kurzwelle einzusetzen."

Musik

 

Vielen Dank für Ihre Mail lieber Herr Seiser und Ihre Besorgnisse, die sicher nicht unberechtigt sind, aber wir hier in der deutschen Redaktion und von der Hörerpostsendung können wohl keine Veränderungen im "Lauf der Dinge" erreichen, wir sind nur ein kleines Rad im großen Getriebe und können generell gesehen nicht gegen die Strömungen der Zeit und den weiteren Vormarsch der modernen Technologien angehen. IRIB setzt seine Arbeit fort und die Stimme der Islamischen Republik Iran wird weiter auch in deutscher Sprache ausgestrahlt, wenn auch nicht mehr nur wie einst über die Kurzwellen, sondern auch immer mehr über die zeitgemäßen Systeme.

 

Da unser werter und langjähriger Hörerfreund Bernd Seiser in Ottenau in den nächsten Tagen auch Geburtstag hat, wünschen wir ihm heute ein gesundes und gesegnetes neues Lebensjahr mit viel Erfolg in seinem privaten und beruflichen Leben und bei seinem unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz für die Hörerfreunde des Kurzwellenhobbys.

Heute wollen wir unser Musikstück denn auch ganz besonders für dieses besondere Geburtstagskind spielen.

An dieser Stelle wollen wir das traurige Thema der ausgefallenen Morgensendungen über Kurzwelle erst einmal beenden und trotz allem weiter guter Hoffnung bleiben.

Nun gehen wir auf die ersten Meldungen über die Qualität unserer neuen Abendfrequenzen ein. In der Meldung von Radio Eins heißt es diesbezüglich:

 So wird auch das deutsche Abendprogramm auf der (unglücklich gewählten, bis 20.00 Uhr stark gestörten) Frequenz 7235 kHz jetzt über die Sendeanlage in Sirjan abgestrahlt. Am 28. März gab es hier zum Programmbeginn um 19.23 Uhr schnelle Umschaltungen, als ob die Techniker in Sirdschan regelrecht suchten, auf welcher Übertragungsleitung Deutsch anliegt.

Ebenfalls wie geplant für das deutsche Abendprogramm eingesetzt wird die zweite Frequenz 9660 kHz. Sie fiel am 28. März durch eine recht stark verzerrte Übertragung auf.

Hier nun auch die ersten Meldungen aus dem Hörerkreis:

Dieter Leupold:

"Die Abendsendung kommt recht gut herein auf 9660 kHz nicht so gut auf 7235 Khz. Ein Empfangsbericht wird folgen."

Der von dem Ausfall der Morgensendungen enttäuschte Paul Gager meldete am Ostersonntag den Abendempfang auf der 7235 kHz mit SINPO 4 und auf der Frequenz 9660 kHz mit SINPO 3 und schrieb:

"Mit bedauerlichen Grüßen am Feiertag! Paul Gager Wien"

Am 29.03.2016 schrieb er:

"Abendempfang ist bis jetzt noch möglich: so am Dienstag den 29.03.2016 auf 7235 kHz mit SINPO 4, Mittwoch 30.03.2016 über 7235 und ebenfalls 9660 kHz SINPO 4"

Damit scheint die Empfangsqualität wenigstens bei Herrn Gager im grünen Bereich zu sein.

Herr Gager hat auch noch einen TV-Tipp mitgeschickt, und zwar sendet der SWR am Mittwoch den 6. April um 7 Uhr 35 Minuten in der Sendereihe "Schätze der Welt" den Film "Täbriz- der große Bazar"

Nachdem wir unseren Hörerfreund Andreas Pawelczyk längere Zeit wegen Empfangsproblemen über die Kurzwelle vermissen mussten, können wir heute mit Freude seine letzte Mail vom 31. März vorlesen:

"Liebe Freunde der Briefkastensendung,

kann heute eine sehr gute Nachricht senden, denn ich kann IRIB seit der Zeitumstellung wieder auf Kurzwelle im Radio ohne Internet hören."

Mit seinem Selena B 217 empfing uns Herr Pawelczyk am 29.3. auf der Frequenz 7235 und meldete

"Interferenzen waren kaum vorhanden. Die Sinpo-Werte lagen bei 1 bis 3 und 5 bis 2.

Am Mittwoch, den 30.03.16 konnte ich IRIB auch auf 7235 KHz ab 19.30 Uhr in Deutsch auf Kurzwelle hören. Interferenzen gab es keine und die Sinpo-Werte lagen bei 2 bis 3,8 und 2.

Wie gesagt, ich freue mich wieder von Euch zu hören.

Mit lieben Grüssen

Andreas Pawelczyk, Mannheim"

Sehr gut sind ja die SINPO-Werte Ihres Empfanges noch nicht, hoffen wir auf eine Besserung.

Auch Joachim Thiel hat uns in Wuppertal schon über die neuen Frequenzen gehört und meldete:

"Guten Abend,

hier mein Bericht 719:

Datum: 30. März 2016

Zeit: 17.47 - 18.20 UTC

Frequenz: 7235 kHz

Empfangsgerät: Grundig Satellit 500

Antenne: eingebaute Teleskopantenne

SINPO: 34333

Mittellautes Signal, Störungen durch immer wieder auftauchende Datenübertragung während der gesamten Sendung, deutlicher Rauschanteil, schnelles, aber flaches Fading

Anmerkung: Auf 9660 kHz war der Empfang fast unmöglich. Lautes Rauschen, sehr schwaches Signal, insgesamt maximal O=1, zeitweise knapp O=2.

Besten Gruß Joachim Thiel Wuppertal"

 

Lieber Herr Thiel, sicher wird es sich noch bessern mit dem Empfang, wir danken Ihnen für Ihre Beobachtungen und freuen uns über weitere Meldungen.

Auch die Kuhns in Hamburg haben uns schon einen ersten Bericht nach der Frequenzumstellung geschickt:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren von der deutschen Redaktion, wir hörten Ihre Sendung am 27.3.2016 um 17.30 UTC auf der Frequenz 7235 mit SINPO 3-3-3-2-3 der Empfänger war ein Grundig Satellit 600.

Die Sendereihe "Iranisches Kunsthandwerk " gefällt uns gut. Ihre Programme sind auf hohem Niveau. Über eine QSL-Karte würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen verbleiben

Horst und Monika Kuhn, Hamburg"

 

Heute dürfen wir uns noch für weitere Empfangsberichte, noch aus der alten Sendeperiode bedanken, und zwar bei Martina Pohl. Sie schrieb in ihrer Mail:

"Liebe Redaktion von IRIB,

ich möchte mich heute für eine weitere QSL-Karte recht herzlich bedanken. Vielen Dank für die Bestätigung meiner Empfangsberichte, den beigelegten Frequenzplan, sowie die schöne Ansichtskarte vom Bazar in Teheran.

Viele Grüße sendet Euch Martina"

 

Die beigefügten Empfangsberichte von Frau Pohl, für die wir uns bedanken, sind wie gesagt noch aus der alten Sendeperiode, wo es noch Morgenfrequenzen gab.

Das gilt auch für die letzten 10 Empfangsberichte, die uns Volker Willschrey geschickt hat:

 

"Liebe Freunde von IRIB,

es freut mich, dass ich mich nach kurzer Zeit wieder mit 10 Empfangsberichten bei Ihnen melden kann. Dieses Mal mit den Berichten 1791 bis 1800. In Wirklichkeit sind es ja viele, viele Berichte mehr, die ich zugesandt habe, denn ich höre Ihren Sender seit 46 Jahren und die Nummerierung habe ich erst viel später begonnen.

Aber es geht ja nicht um die Quantität des Empfangs. Ganz wichtig für mich ist die Programmgestaltung, und da bietet mir IRIB ein sehr breites Angebot an Informationen über Land und Leute, Kultur und Wirtschaft im Iran. So werden die Sendungen nie langweilig und man kann immer etwas dazu lernen.

Hier also meine Berichte 1791 bis 1800.

Über eine QSL-Bestätigung würde ich mich wieder freuen. Vielen Dank im Voraus.

Die besten Grüße nach Teheran, auch von meiner Familie. Bis zum nächsten Mal. Ihr Volker Willschrey"

Der letzte Empfangsbericht von Hörerfreund Ralf Urbanczyk ist auch noch von vor der Frequenz-umstellung, und er hat da auch noch ganz andere Sorgen. In seiner Mail vom 24. März 2015 mit Empfangsbericht vom 17. März schrieb er:

 

"Im letzten Hörerbriefkasten am Sonntag erwähnten Sie bei der Verlesung einer Zuschrift, dass jetzt die an Sie geschickten e-mails wieder ankommen, und das Problem gelöst ist. Von den im zweiten Halbjahr 2015 von mir an IRIB abgeschickten Mails scheint ja nicht eine einzige angekommen zu sein. Ich habe das aber nicht rechtzeitig mitbekommen und immer weiter fleißig die Empfangsberichte als e-mail abgeschickt. Falls meine e-mails auch jetzt immer noch nicht in Teheran ankommen, fange ich ab nächste Woche eben wieder

an, die gute alte Briefpost zu verwenden. Es ist mir jedenfalls ganz wichtig, regelmäßig Ihre Programme zu hören, um mich über den Iran und die islamische Welt zu informieren. Da will ich mich ab und zu auch einmal bei Ihnen melden.

Bitte bestätigen Sie den Bericht mit Ihrer QSL-Karte.

Mit besten Grüßen,

Ihr Hörer Ralf Urbanczyk"

 

Wie schön wäre es, wenn wir unsere Hörerpostsendungen ohne viele Problemberichte gestalten könnten, aber leider geht das wohl nicht.

Es ist so wie im richtigen Leben mit "Uns und unseren Hörern", mit IRIB und den Frequenzen, mit der Schneckenpost und der Mailbox. Probleme sind nicht auszublenden – aber wir machen trotzdem weiter und hoffen Sie sind dabei. Danke für Geduld und Ausdauer.

 

Bis zum nächsten Mal und Choda hafez – Gott schütze Sie!