May 28, 2016 14:58 CET

Hörerpostsendung am 22. Mai 2016 Bismillaher rahmaner rahim Die Zeichen der Zeit gehen auch an 'uns und unseren Hörern' nicht vorbei, vor allem nicht an denjenigen, die unsere Programme über die Kurzwelle empfangen. Die Reporterin der Badischen Neuesten Nachrichten verfasste den Titel ihres Berichtes über das 35. DX-er Treffen in Ottenau-Gaggenau deshalb so: Kurzwelle ist stark auf dem Rückzug.

Und im Artikel selbst hieß es:

Kurzwellenhörer sind vorwiegend männlich, wie man wiederum beim 35. überregionalen DX-Treffen des Kurzwellenhörerklubs Ottenau für Kurzwellenhörer und Freunde des Rundfunkfernempfangs in Ottenau feststellen konnte. Die Enthusiasten sind teilweise seit ihrer Jugend mit dem Ohr am Puls der Welt und verfolgen das Geschehen anhand von meist deutschsprachigen Programmen von Radiosendern aus aller Herren Länder. Der Empfang funktioniert über die Kurzwelle, doch immer mehr Sender schalten diese Frequenzen ab und verlegen ihre Sendungen aufs Internet. Enttäuschend für die Hörer, die ihrem Medium treu bleiben wollen."

Auch der seit 10 Jahren in Ottenau vertretene Sender Radio Taiwan International konnte den Anwesenden keine Hoffnung machen, was die Kurzwelle angeht, denn es hieß, dass man langfristig aus Kostengründen sogar aus der Kurzwelle aussteigen wolle. Aufgrund des bevorstehenden Regierungswechsels in Taiwan sei zu erwarten, dass der Etat für den Sender gekürzt werde, und somit könne der Sender langfristig nur über das Internet überleben.

Weiter heißt es im Artikel der Badischen Neuesten Nachrichten:

"Die Hörer betonten beim Treffen noch einmal, wie wichtig die Kurzwelle für sie ist und dass sie nicht automatisch auf das Internet umstellen werden. Vielmehr werden sie sich Stationen suchen, die noch auf Kurzwelle senden, notfalls auch zu englischsprachigen Programmen wechseln."

Ja, die Zeichen der Zeit sind es, die sich in diesem Artikel der Badischen Neuesten Nachrichten ganz deutlich wiederspiegeln – und die Bilder, die uns OM Bernd Seiser aus Ottenau zugeschickt hat, machen es auch ganz deutlich – der Nachwuchs fehlt bei den Kurzwellenhörern, beziehungsweise ist er sehr gering. Aber diejenigen, die beim diesjährigen Hörertreffen in Ottenau dabei waren, haben weite Wege auf sich genommen, um ihr Interesse an diesem Hobby zu bekunden. Da hieß es im offiziellen Bericht aus Ottenau:

In diesem Jahr nahmen die Besucher wieder weite Anreisewege aus vielen Teilen Baden-Württembergs sowie auch aus Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, den Niederlanden und Taiwan in Kauf.

 

Für die Teilnehmer hat sich der weite Anreiseweg gelohnt, den der persönliche Kontakt mit Hobbykollegen bringt die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Austausch der Erfahrungen und Probleme. Eines der Probleme die bei diesem Hörertreffen angesprochen wurden, war der Wegfall der Kurzwelle bei IRIB. Deshalb haben sich unsere Hörerfreunde, die bei diesem Treffen anwesend waren entschlossen, eine Unterschriftenliste zu erstellen, mit der man bei IRIB um die Wiederausstrahlung des Morgenprogramms von IRIB Funk in Deutsch, wenigstens auf einer Frequenz bitten möchte.

Für die Initiative danken wir Andreas Pawelczyk aus Mannheim und Bernd Seiser in Ottenau.

Unterschrieben haben die Liste folgende Hobbyfreunde beim Ottenauer-Treffen:

Andreas Pawelczyk, Jörg Hoffmann, Siegbert Gerhard, Birgit Denker, Dieter Feltes, Alfred Albrecht, Hans-Peter Themann, Peter-Erich Boeck, Michael Völlger, Manfred Lietzmann, Günter Rawe, Hans-Werner Lange, Michael Bethge, Horst Faß, Fritz Andorf, Herbert Jörger, Ralf Hollbein, Gerhard Koopal, Bernd Seiser.

Wir danken allen für die Unterstützung und sind uns sicher, dass so mancher von Ihnen, die Sie heute in der Hörerrunde versammelt sind, diese Liste auch unterschrieben hätten.

Unser Hörerfreund Dieter Feltes aus Pyrbaum, der ja dieses Jahr auch in Ottenau dabei war

schrieb in seinem persönlichen Bericht über das Treffen in Ottenau:

"Es waren auch Mitarbeiter der deutschen Abteilung von Radio Taiwan bei dem Treffen. Vielleicht

besteht die Möglichkeit in Zukunft auch von Ihrer Seite ein Treffen in Ihrer Abteilung und zwar in

Deutschland anzuregen.

Am 28.5. ist auch ein Treffen von KBS Seoul in Mainz. Als Hörer von IRIB wäre es schön dort zu sein."

 

Vor Kurzem fragte schon unser Hörerfreund Stephan Lipsius aus Kassel:

"Gab es in Deutschland schon einmal ein "I.R.I.B.-Hörertreffen"? Das wäre doch ein interessantes Projekt..."

Vielen Dank für Ihre Anregungen, dieses Thema wurde ja schon zu Frau Zangenehs Zeiten öfter diskutiert, aber die Gründung eines IRIB-Hörerklubs in Deutschland kam aus vielerlei Gründen leider nie zustande. Und daran wird sich in Zukunft wohl auch nicht viel ändern, und das hat auch vielerlei Gründe, einer der wichtigsten Gründe sind wohl die finanziellen Probleme bei IRIB.

Wir wollen aber noch den Hinweis von Herrn Feltes aufgreifen und auch an das KBS-Treffen am nächsten Wochenende in Mainz-Kastel erinnern. Also alle hergehört, am 28.Mai treffen sich die Hörerfreunde des Koreanischen Rundfunksenders KBS World wieder in Mainz in der Reduit.

Es scheinen wohl die asiatischen Sender zu sein, die die Kosten und Mühen auf sich nehmen, mit den Hörerfreunden in persönlichen Kontakt zu treten. Ein weiteres Beispiel ist der Radio Japan Club Brilon, der dieses Jahr schon sein 50. Jubiläum feiert. Ihnen gehört unsere Anerkennung.

Unser Hörerfreund Andreas Pawelczyk sprach seine Anerkennung für Bernd Seiser und dessen Organisation des Hörertreffens aus, und schrieb unter anderem in seinem Bericht zu dem Ottenauer-Treffen:

"Die Ankunft und das dazugehörige Abholen von Bernd Seiser und Fahrer waren bestens durchorganisiert. In unserem Versammlungsraum lagen auch gutes Informtionsmaterial über Taiwan und ältere QLS-Karten aus."

Ohne dieses große persönliche Engagement von Herrn Seiser wäre das Ottenauer Hörertreffen sowieso nicht möglich, dass hat auch die Intendantin von Radio Taiwan International erkannt, und ernannte Bernd Seiser zum Ehrenvorsitzenden des Radio Taiwan International Hörerklubs Ottenau.

 

Wie wir von Herrn Pawelczyk und Herrn Seiser erfuhren, verteilte der zum ersten Mal zu diesem Treffen von weit angereiste Gerhard Kopal, der auch einer unserer Hörerfreunde ist, leckere Süßigkeiten aus der Gegend von Amsterdam.

Und das Hörerklub-Gründungsmitglied Manfred Theile aus Basel, mit bisher 18 Teilnahmen einer der treuesten Teilnehmer in Ottenau, erfreute die Besucher wie schon so oft mit Baseler Leckerlis.

Das zeigt uns, dass solche Hörertreffen auch eine angenehme kulinarische Seite haben.

Wie wir dem Ottenauer Bericht entnehmen konnten erhielten Alfred Albrecht, Siegbert Gerhard und Bernd Seiser, die auch IRIB-Hörer sind, besondere Anerkennung für ihre langjährigen Aktivitäten, da sie schon beim ersten Murgtaltreffen im Jahr 1980 teilgenommen hatten. Für eine 5 malige Teilnahme wurde unser Hörerfreund Jörg Clemens Hoffmann ausgezeichnet. Wir gratulieren allen aus der Ferne zu dieser Anerkennung.

Erwähnen wollen wir noch, dass beim 35. Ottenauer Hörertreffen auch noch eine zweite regionale Zeitung vertreten war, nämlich das Badische Tagblatt.

Wir gratulieren OM Seiser zur öffentlichen Anerkennung seiner Arbeit.

Jetzt spielen wir erst einmal unser heutiges Musikstück und wünschen Ihnen dazu beste Unterhaltung.

 

Noch kommen wir nicht vom Ottenauer-Hörertreffen los, denn mit einem Satz aus dem Bericht dieses Treffens wollen wir zum nächsten Thema des heutigen Abends überleiten. Im Bericht hieß es:

Aber auch an die Einstellung der letzten deutschsprachigen Mittelwellen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg wurde erinnert.

Zu diesem Thema etwas zu sagen brennt unserem lieben langjährigen Hörerfreund Michael Lindner schon lange unter den Nägeln und heute wollen wir seine Ausführungen dazu gerne einmal in der Hörerpostsendung einen Platz schenken. Lesen wir zunächst seine Mail vom 1.Oktober letzten Jahres:

"Gestern um 12.45 MESZ hat erneut ein deutscher Mittelwellensender die Segel gestrichen. Das Programm von BR Plus auf 801 und 729 KHz wurde abgeschaltet. Nun sind die deutschen Mittelwelle-Sender fast alle weg. Aber einen "Wermutstropfen" gibt es. Die frei gewordenen Frequenzen versprechen bei etwas Geduld und Glück ungeahnte Fernempfänge. Erst kürzlich hörte ich auf MW 1566 KHz einen Sender von der Insel Jeju in Südkorea! Bin also sehr gespannt, was mir da noch so die nächste Zeit ins Netz geht."

In einer weiteren Mail im Oktober geht Herr Lindner dann noch intensiver auf das Thema Mittelwellen-Empfang ein:

"Liebe Freunde in der deutschen Redaktion!

Heute möchte ich mich mit einem recht technischen und „trockenen“ Thema an Sie wenden, da ich der Auffassung bin, dass es doch einige IRIB Hörerfreunde gibt, die ich damit begeistern oder im besseren Fall sogar animieren kann. Es geht dabei nicht um die Auslandssendungen von IRIB, sondern um die iranischen Inlandsdienste auf Mittelwelle, die gerade in den Monaten mit einem „r“ am Ende besonders gut empfangen werden können. Wer sich für die deutschsprachigen Programme von IRIB interessiert, ist bestimmt auch mal neugierig, wie so die Inlandsprogramme in Lokalsprachen klingen. Aber auch ganz alleine das Interesse an der Islamischen Republik Iran ist es wert, mal auf einige Stunden Nachtruhe zu verzichten. Das kann man alles auf vielen verschiedenen Mittelwellenfrequenzen in den Nachtstunden erleben. Wenn man aufmerksam und mit spitzen Ohren die Mittelwellenfrequenzen absucht, stößt man ganz schnell auf Signale aus dem Iran. Die Empfangsqualität ist natürlich von Frequenz zu Frequenz sehr unterschiedlich, von kaum hörbar bis zu der Annahme es handle sich um einen heimischen Lokalsender. Natürlich sind die Wortbeiträge inhaltlich nicht zu verstehen, denn wer spricht schon Farsi bzw. eine der iranischen Lokalsprachen? Aber das ist ja in dem Falle auch unwichtig, wird man doch durch schöne iranische Musik entschädigt. Auch das stolze Gefühl, einen lokalen Sender zu hören, der nur für eine bestimmt Region sein Programm ausstrahlt, ist großartig.

Natürlich kann man auch im „Eifer des Gefechts“ einen Empfangsbericht an die betreffende Station schicken, der bestimmt auch Erstaunen in den Lokalstationen hervorrufen wird. Aber man sollte die Erwartungen auf eine QSL-Bestätigung nicht zu hoch schrauben, da viele solcher Stationen keine QSL-Karten besitzen, bzw. Kenntnis vom BC-DX-Hobby haben. Nun aber eine Liste von iranischen Radioprogrammen, die ich am 15. September 2015 mit meinem „Tecsun PL-660er“ empfangen habe."

Die einzelnen Frequenzangaben der lokalen iranischen Sender wollen wir heute nicht vorlesen, wir werden sie aber in den Text der heutigen Sendung auf der Internetseite aufnehmen.

0747 KHz IRIB Radio Iran

0936 KHz IRIB Radio Azerbaijaneh Gharb

0972 KHz IRIB Radio Ilam

0999 KHz IRIB Radio Kordestan

1026 KHz IRIB Radio Tabriz

1188 KHz IRIB Radio Payam

1251 KHz IRIB Radio Iran

1323 KHz IRIB Radio Tabriz

1332 KHz IRIB Radio Teheran

1404 KHz IRIB Radio Iran

1476 KHz IRIB Radio Kordestan

1512 KHz IRIB Radio Ardabil

1575 KHz IRIB Radio Iran

 

Weiter heißt es in der Mail von Herrn Lindner:

"Unglaublich, so eine Vielzahl von iranischen Radiostationen in einer Nacht! Ich habe diese Liste mit großer Sorgfalt zusammengestellt, in der Hoffnung, dass sich hier nicht der „Fehlerteufel“ eingeschlichen hat.

Nun kann ich allen mutigen Hörerfreunden, die diese Empfangsbeobachtungen nachvollziehen möchten, nur noch viel Erfolg und Spaß wünschen. Schön wäre es ja mal, wenn sich der eine oder andere Hörerfreund mit seinen Erfahrungen dazu in der Hörerpostsendung „Wir und unsere Hörer“ äußern würde.

Gut dx und bis bald, Michael Lindner aus Gera"

Ohne den Aufruf von Herrn Lindner gehört zu haben, haben schon mehrere Hörerfreunde Berichte in dieser Richtung geschickt, die wir nun heute aus der Hörerpostmappe nehmen wollen.

Da schrieb uns neulich Hörerfreund Dieter Leupold aus Leipzig:

"Ich Empfange Zuhause, zwar sehr schwach, ein iranisches Inlandsprogramm auf 747 Khz in Farsi oder Persisch

so gegen 19.30 Uhr MEZ mit Stadionszeichen von IRIB.

Sendet ihr auf der Frequenz im Iran?"

Ja lieber Herr Leupold, dass ist genau die Frequenz, auf der Michael Lindner auch eine Sendung von Radio Iran gehört hat.

Und in einer weiteren Mail bestätigte uns Herr Leupold, dass er weitere iranische Sender gehört hat und schrieb außerdem:

"Ich bekomme nachts eine gewisse Anzahl von Mittelsendern aus dem Nahen Osten herein."

Ende Februar bekamen wir mit einer Mail aus Dänemark die Bestätigung, dass es noch andere Hörerfreunde mit Interesse am Mittelwellenempfang gibt.

Hans-Verner Lollike schrieb:

"Liebe Redaktion !

Nach Abschaltung von Mittelwellensendern in Europa sind mehrere Mittelwellesender aus Iran hörbar. Als DX-er möchte ich gern auch einige MW-Bestätigungen.

Hans Verner Lollike, Hedehusene"

Auch unser Hörer Pfarrer Klaus Huber aus Bayern hatte vor Kurzem einen Empfangsbericht über den Mittelwellensender in Qom geschickt, wir hatten es in der Hörerpostsendung vom 1. Mai erwähnt.

Aber die Bestätigung von derartigen Empfangsberichten steht auf einem anderen Blatt, und wir machen den Interessenten bezüglich der iranischen Sender da keine großen Hoffnungen. Michael Lindner hat es auf jeden Fall schon versucht und sobald wir von ihm erfahren, dass er vom Radiosender in Tabriz eine QSL bekommen hat, werden wir Sie davon in Kenntnis setzen. Bei einem anderen Mittelwellensender hatte Herr Lindner allerdings schon Erfolg wie seine Mail vom Februar zeigt:

"Heute kam eine QSL vom MW Sender Radio Moldowa aus der Republik Moldau. Eine absolute Seltenheit!"

 

Selbst im Urlaub läßt unserern Hörerfreund Lindner das Hobby nicht los, deshalb verband er seine Urlaubsgrüße im April gleich mit einer entsprechenden Information:

"Dem ganzen Team der deutschen Redaktion von IRIB übermitteln wir herzliche Urlaubsgrüe aus Westpommern an der polnischen Ostseeküste.

Erleben hier unglaublich schöne Tage voller positiver Eindrücke. Polen ist ein echter Geheimtipp.

Fast unglaublich, ich höre IRIB-Teheran um 18.15 UTC am 12.04.2016 auf der Mittelwelle 585 kHz mit brauchbarer Qualität 0=3 (Bitte "O" (Buchstabe) gleich 3 lesen, es bedeutet nicht Null gleich 3 ) in Kolberg an der polnischen Ostsee.

Empfänger: Opel Autoradio !

Das ist in der Tat ein schöner und seltener Radioempfang

Viele Grüße 73;55 Michael Lindner"

Für heute soll dies nun genug zum Thema Mittelwellenempfang sein. Michael Lindner hat ja viele Gründe angeführt sich mal für diese ausländischen Sender zu interessieren.

Also wenn Sie demnächst mal nachts die Schlaflosigkeit ärgert, dann drehen Sie ein bischen an Ihrem Radiogerät und vertreiben sich die Zeit mit fremdländischen Stimmen und fremdländischer Musik.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine Gute Zeit und verbleiben bis zum nächsten Mal Ihre Scharzad Tschupankare

und Ihr Ahmad Radschabi

Khoda hafez – Gott schütze Sie