wir und unsere Hörer- Teil 65
Hörerpostsendung am 12. Juni 2016 - Bismillaher rahmaner rahim - Wir haben Glück gehabt Frau Tschupankare, denn heute Abend hätten wir beinahe große Konkurrenz bekommen. Ja wirklich - warum denn Herr Radschabi? Ach Sie wissen es noch nicht? Die Fußball-Europameisterschaft hat doch begonnen, und heute Abend spielt die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Spiel. Aber zum Glück beginnt es erst nach unserer Sendung um 21 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit.
Sie haben Recht, wir haben Glück, denn die meisten unserer Hörerfreunde sind ja auch Fußballfans, besonders wenn es um den Europa-Cup geht. Wir hoffen, dass wir trotz Fußballfieber eine große Hörerschar begrüßen können in der heutigen Hörerpostrunde und alle die sich für Fußball interessieren dann noch rechtzeitig zum Fernseher oder Übertragungsort des Spiels kommen. Das sogenannte Public-Viewing ist ja in den letzten Jahren sehr beliebt geworden.
Übrigens - gegen wen spielt denn Deutschland heute Abend?
Also Deutschland ist in der Gruppe C mit der Ukraine, Polen und Nordirland zusammen und heute Abend geht es im 1. Spiel gegen die Ukraine. Am 16. Juni spielt Deutschland dann gegen Polen und am 21. Juni gegen Nordirland.
Dann dürfen wir gespannt sein wie es bei der Fußball- Europameisterschaft weitergeht, sicher werden sich unsere Hörerfreunde demnächst auch zu diesem Thema äußern.
Wissen Sie was auch noch interessant ist Frau Tschupankare?
Nein, was denn?
Also die Fußball-Europameisterschaft fällt genau in den Fastenmonat Ramadan, der ja vor einigen Tagen begonnen hat.
Ach, da können die muslimischen Fußballspieler sicher nicht mitfasten in diesem Jahr.
Das denke ich auch, die Fastentage sind jetzt im Sommer ja auch sehr lange.
Und in Europa sind sie sogar noch länger als hier bei uns. In Deutschland müssen die fastenden Muslime sogar rund 2 Stunden länger aufs Fastenbrechen warten, wie wir hier in Iran.
Wir wünschen unseren muslimischen Hörerfreunden an dieser Stelle alles Gute für die Fastenzeit.
Ja und wir haben auch gute Wünsche aus dem Hörerkreis zum Fastenmonat bekommen.
Da hat zum Beispiel Dr. Hemant Kumar, der Präsident des indischen Privadarshini Radio-Hörerclubs an alle IRIB-Sender eine Mail geschickt und "Happy Ramadan" gewünscht.
Und unser Hörerfreund Stephan Lipsius aus Kassel hat wieder rechtzeitig an uns gedacht, und in seiner Mail vom 7. Juni stellte er auch gleich noch eine Frage zum Thema:
"Liebe Freunde,
zunächst möchte ich zum beginnenden Fastenmonat Ramadan allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres deutschsprachigen Programms meine herzlichsten Grüße und Glückwünsche übermitteln! In diesem Zusammenhang habe ich auch gleich folgende Frage: ich habe gelesen, dass im Gegensatz zu den meisten arabischen Ländern, in denen während des Ramadans das öffentliche und wirtschaftliche Leben deutlich eingeschränkt ist, im Iran das Geschäftsleben (Öffnungszeiten der Banken usw.) tagsüber weitgehend normal weiter läuft, wobei natürlich die Restaurants am Tag geschlossen sind. Wenn diese Informationen richtig sind, so würde mich interessieren, ob es für die unterschiedliche Praxis in den arabischen Ländern sowie im Iran möglicherweise eine Erklärung gibt."
Vielen Dank lieber Herr Lipsius für Ihre Wünsche zum Fastenmonat, wir freuen uns darüber, denn es ist ein ganz besonderer Monat in unserem Jahreslauf.
Zu Ihrer Frage mit den Aktivitäten im Ramadan im Vergleich zu den arabischen Ländern können wir Ihnen keine konkreten Angaben machen, was diese Länder betrifft, aber was uns hier betrifft, ist zu sagen, dass sich die Arbeitsstunden in öffentlichen staatlichen Einrichtungen und Banken verringern.
Hier bei IRIB zum Beispiel gehen die Angestellten 2 Stunden früher nach Hause. Das betrifft auch unsere Studioaufnahmen für die Beiträge und Sendungen, wie die Hörerpostsendung. Die Arbeitszeiten der Livestudios, wie für unsere Abendsendung, ändern sich aber nicht.
Auch bei den anderen staatlichen Einrichtungen und Banken ändern sich die Arbeitszeiten in der Regel und die Banken öffnen morgens eine Stunde später und schließen nachmittags eineinhalb Stunden früher. Bei privaten Unternehmen und Banken gibt es da unterschiedliche Handhabungen.
Für die deutlich größeren Einschränkungen im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben in den arabischen Ländern – wie Sie schreiben – sind möglicherweise klimabedingte Faktoren verantwortlich, genau können wir das nicht sagen
Da wir schon mal beim Wetter sind kommen wir auch gleich zur Mail von Hörerfreund Dieter Leupold, denn er hatte am 6. Juni diese Frage:
"In den 4 Sommermonaten (Mai - August) gibt es ja in Iran sehr hohe Temperaturen nun meine Anfrage :
Gibt es an den Schulen auch "Hitzefrei" - wie in Deutschland?
Und was trinken die iranischen Menschen bei den hohen Temperaturen ? ( bei uns trinkt man sehr viel Mineralwasser )
Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig - Dieter Leupold"
Lieber Herr Leupold, danke für Ihre Mail und auch einen weiteren Empfangsbericht.
Nun zu Ihrer Frage wegen der hohen Temperaturen in den Sommermonaten. Dazu ist zu sagen, dass aufgrund der Hitze in den Sommermonaten die Schulen bei uns mindestens 3 Monate geschlossen sind, die Grundschulen sogar noch länger. Wir haben sozusagen mindestens 3 Monate "hitzefrei". Unsere Sommerferien sind im Vergleich zu Deutschland sehr lange, denn bei Ihnen gibt es ja nur 6 Wochen Sommerferien.
Ohne uns zu informieren, dachten wir immer, dass es in Europa überall so ist, aber unsere Nachforschungen haben ergeben das Deutschland da im untersten Bereich liegt bei der Sommerferienlänge, in fast allen anderen Ländern hat man länger Ferien, mindestens 2 Monate oder 3 Monate wie z.B. in England, den baltischen Ländern, in Italien, Griechenland und Spanien und anderen Ländern und in Bulgarien soll es sogar bis zu 16 Wochen Sommerferien geben.
Und ich habe gehört, dass die Sommerpause in Australien sogar bis zu 20 Wochen betragen soll. Na ja, da haben die australischen Schülerinnen und Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres den Unterrichtsstoff des Vorjahres sicher schon wieder ganz vergessen.
Und sie haben den Rest des Jahres dann kaum noch Ferien.
Und ich dachte immer wir hier hätten die längsten Sommerferien – so kann man sich täuschen.
Herr Leupold hat auch nach den Durstlöschern bei der sommerlichen Hitze in Iran gefragt. Da kann man sagen, dass der traditionell viel getrunkene Schwarztee auch als guter Durstlöscher gilt. Ansonsten sind die Wassermelonen sehr beliebt als gesunde Quelle für den Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes. Natürlich wird auch viel normales Wasser getrunken und Mineralwasser ohne Kohlensäure. Aber auch der Verbrauch von Limonaden und Fruchtsäften steigt mit den steigenden Temperaturen.
Bei diesem Thema können Sie sich sicher gut vorstellen liebe Hörerfreunde, um wieviel schwerer das Fasten der Muslime in den heißen Sommermonaten mit langen Tagen ist, und um wieviel größer der Wert des Fastens dadurch wird.
Aber kommen wir nochmal zur Mail von Herrn Lipsius zurück, denn darin geht es noch um ein anderes Thema.
Vorher machen wir aber erstmal Musik, das heißt wir spielen unser heutiges Musikstück, löschen unseren Musikdurst und wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
Ja, nun kommen wir also zur Mail von Herrn Lipsius zurück, der die Themen Kurzwelle, technologischer Wandel und Änderungen bei IRIB aufgegriffen hat:
"Darüber hinaus gratuliere ich Ihnen zu Ihrer neuen Website "ParsToday", die durch ihre moderne und zeitgemäße Gestaltung überzeugt. Die Streichung Ihrer Morgensendung ist natürlich bedauerlich. Im Blick auf die von Ihren Hörerinnen und Hörern geäußerte Kritik an der Streichung möchte ich jedoch zu bedenken geben, dass vor dem Hintergrund wohl notwendiger Kosteneinsparungen der Wegfall eines terrestrisch ausgestrahlten Programms im Internetzeitalter das geringere Übel darstellt. Priorität hat doch, dass das (multimediale) deutschsprachige (Online-) Angebot der I.R.I.B. erhalten bleibt. Die Wartung von (Kurzwellen-) Sendeanlagen ist kostenintensiv. Der Kurzwelle gehört zudem sicher nicht die Zukunft. Die Realitäten des technischen und technologischen Wandels und Fortschritts sollte man in diesem Kontext doch zur Kenntnis nehmen.
Ich verstehe, dass viele Ihrer Hörerinnen und Hörer aus nostalgischen Gründen der Kurzwelle anhängen. Im Blick auf die begrenzten finanziellen Mittel und Ressourcen Ihres Senders sollten jedoch Prioritäten gesetzt werden, die die Existenz des deutschsprachigen Angebots aus Teheran langfristig sichern. Und bei den meisten Auslandssendern, zumindest bei jenen mit Programmen für Europa usw., ist die Verlagerung redaktioneller Inhalte auf ein multimediales Online-Angebot inzwischen ein übliches Verfahren.
Nichts für ungut, herzliche Grüße und alle guten Wünsche aus Kassel,
Ihr Stephan Lipsius"
Vielen Dank Herr Lipsius, wir freuen uns über Ihr Lob für die Internetseite und Ihr Verständnis für die Veränderungen bei IRIB bezüglich der Kurzwelle, sowie ihre sachliche Analyse der Situation, die hoffentlich auch bei den anderen Hörer- und Hobbyfreunden auf ein offenes Ohr stößt.
Dieter Leupold hat sich in der letzten Mail auch kurz zu diesem Thema geäußert:
"Schade das es keine Wiederholungssendung am Morgen gibt da hilft nur noch das Internet.
Die Homepage ist gut und übersichtlich angeordnet und man findet viele Infos über den Iran."
Herr Leupold hatte in seiner Mail auch das Wetter erwähnt und schrieb, dass es derzeit viel Unwetter, Regen und Gewitter gibt. Auch andere Hörerfreunde meldeten sich zu diesem Punkt. Da heißt es bei Michael Linder aus Gera:
"Hier ist alles in Ordnung. In Gera hat es stark geregnet, aber nicht sehr lange. Leider sieht es da in anderen Teilen Deutschlands sehr traurig aus. Wieder haben Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Viele sind gegen Unwetterfluten nicht versichert, da man sich eine solche Versicherung kaum finanziell leisten kann. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass viele Versicherungen Häuser und Grundstücke nicht versichern, da dort immer wieder solche Unwetter passieren.
Erst hofften wir alle auf Regen, und nun...
Alles Gute aus Gera, Michael"
Und Heinz-Günter Hessenbruch hat für uns auch diesmal – wie zumeist, einen kleinen Wetterbericht von Anfang Juni dabei:
"Guten Morgen liebe Leute in Teheran.
Gerne sende ich meine Mai-Berichte, hier ist das Wetter gut durchwachsen - und wenn es regnet dann regnet es, viel und lange.
Es gab schon schlimme Unwetter, mit Toten und Verletzten.
Ihnen wünsche ich einen schönen Sommer, mit vielen guten Erlebnissen.
Mit Gruß, Heinz Günter Hessenbruch"
Der meteorologische Sommeranfang am 1. Juni scheint bei Ihnen liebe Hörerfreunde vielerorts wohl "ins Wasser gefallen" zu sein. Ein absoluter "Sommer-Nicht-Anfang" bei dem sich kleine und bisher unbedeutende Wasserläufe zu reißenden Flüssen entwickelt haben. Wenn man die Bilder im Fernsehen oder Internet gesehen hat, wundert man sich, dass da nicht noch mehr Menschen ums Leben gekommen sind. Dafür dürfen alle wohl sehr dankbar sein.
Das es nicht die Naturkatastrophen sind, die die vielen Menschenopfer fordern, darauf ging Hörerfreund Ralf Urbanczyk jetzt in seinem letzten Empfangsbericht vom 4. Juni ein:
"Im Bericht über den Welt-Humanitätsgipfel in Istanbul, der am Ende des heutigen Programms lief, hatten Sie einen guten Überblick zu den schlimmsten Katastrophen der aktuellen Zeit geliefert. Es ist auffallend, dass es nicht etwa Natur-katastrophen sind, welche den Menschen am meisten zusetzen, sondern die durch die Menschen absichtlich produzierten Konflikte:
Terroranschläge, Kriege und ungerechte Verteilung des Reichtums. Wenn ich mir diese Zahlen vor Augen halte, frage ich mich immer, in was für einer Zeit ich denn lebe? Auf der einen Seite erforscht die Menschheit den Weltraum mit wachsendem Erfolg und auf der anderen Seite stellt sie Waffen her und setzt sie aktiv ein, um sich gegenseitig auszurotten.
Mit besten Grüßen, Ihr Hörer Ralf Urbanczyk"
Das Thema, dass Herr Urbanczyk angeschnitten hat, setzt sich auch in der Mail, mit der uns Hörerfreundin Martina Pohl weitere Empfangsberichte geschickt hat fort. Sie schreibt am 5. Juni:
"Liebe Redaktion von IRIB,
recht herzlichen Dank für die schöne QSL- und Ansichtskarte. Ich habe mich sehr über Eure Post gefreut.
In einem Vortrag, den der ehemalige ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner hielt, ging es unter anderem auch um die Flüchtlingskrise und die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt. Dabei erwähnte er auch, dass täglich 42.500 neue Flüchtlinge hinzukommen und 59,5 Millionen Menschen laut Jahresbericht Ende 2014 auf der Flucht waren.
Dies entspricht fast der gesamten Einwohnerzahl von Italien. Er spricht auch von Schuld und Mitschuld der westlichen Politik in Europa. Das Blutvergießen der anderen bedeutet Friede in Europa.
Ein anderer Aspekt, der mich nachdenklich gestimmt hat, ist die Aussage, dass seit den Anschlägen von Brüssel, eine viel größere Zahl an Menschen im Orient von Terroristen getötet worden sind, als in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg insgesamt. Weltweit werden heute 16 Kriege geführt. Militärische Mittel sind Bestandteil der Politik und werden dementsprechend schneller eingesetzt. Es gibt nicht mehr den Zustand Friede oder Krieg, sondern ein bisschen Krieg gibt es schon. Davon profitiert die Waffenindustrie.
Herr Tilgner nannte nun noch eine unvorstellbar hohe Summe, betreffend der weltweiten Militärausgaben im Jahr 2014. Sie beliefen sich auf insgesamt 1776 Mrd. Dollar. Er fügte noch hinzu, dass alleine die Kriege in Afghanistan und Irak den amerikanischen Steuerzahler 4000 Mrd. Dollar gekostet haben und in den nächsten Jahren noch kosten werden. Wenn es aber um Sozialausgaben geht, wird schon eine Summe von 2 Mrd. Euro nicht so einfach locker gemacht.
Ich habe mir nur für einen kurzen Moment vorgestellt, wie sinnvoll man jenes Geld einsetzen könnte, wenn es auf der Welt so gut wie keine Militärausgaben bräuchte. Aber das ist nur eine Wunschvorstellung; die Realität ist, dass wir alle auf einem Pulverfass leben.
Herzliche Grüße Martina"
Mit einem herzlichen Dank für ihre wertvollen Stellungnahmen an Herrn Urbanczyk und Frau Pohl verabschieden wir uns für heute von Ihnen allen. Sie alle liebe Hörerfreunde zeigen uns immer wieder mit Ihren Zuschriften, dass Sie nicht nur einfach ein Kurzwellenhobby betreiben oder auf anderem Wege Auslandssender hören, sondern dass Sie besondere Menschen sind, die sich Gedanken machen über die Ereignisse in der Welt und sich auch kritisch dazu äußern. Und darauf sind wir stolz.
Wir wünschen eine gute Woche und
Choda hafez – Gott schütze Sie!