wir und unsere Hörer- Teil 66
Hörerpostsendung am 19. Juni 2016 Bismillaher rahmaner rahim Herzlich willkommen liebe Hörerfreunde zu unserem heutigen Beisammensein. Heute wird es ein Sammelsurium mit verschiedenen Stichworten, Hinweisen und Meldungen sein. Dank einem unserer Hörerfreunde machen wir aber auch wieder eine Reise in ein weitgehend unbekanntes Land, sodass sicher viel Wissenswertes für uns alle zu erfahren sein wird. Beginnen wir zunächst mit einer sehr erfreulichen aktuellen Nachricht:
"Sehr geehrte Damen und Herren von der deutschen Redaktion.
Nach monatelanger gefühlter Isolation erhielten wir nun ein großes, schwarz ausgekleidetes Briefkouvert mit sämtlichen ausstehenden QSL-Karten bzw. deren Bestätigung. Des weiteren war ein Buch "Rosen und die Nachtigall " mit ausgewählten persischen Gedichten und Bildern dabei.
Vielen Dank
Viele liebe Grüße und schöne Sommermonate wünschen Ihnen die Kuhn's, wie Sie uns immer so liebevoll bezeichnen.
Horst und Monika Kuhn"
Liebe Kuhns, das freut uns natürlich besonders, denn wir waren schon am Verzweifeln, warum unsere mehrfach zugeschickten QSL-Karten nicht bei Ihnen ankommen.
Komischerweise beziehungsweise glücklicherweise kamen aber unsere Sendungen im letzten Jahr mit einem Geschenk und die Weihnachtssendung mit den CDs bei den Kuhns an. So kamen wir auf die Idee die ausstehenden QSL-Karten ein weiteres Mal und dieses Mal in Verbindung mit einem Geschenk abzuschicken. Und siehe da, sie sind angekommen.
Woran es liegt, wissen sicher die Postzusteller, wir wissen es nicht.
Leider wissen wir auch nicht woran es liegt, dass unsere Postsendungen nicht bei Herrn Hessenbruch in Remscheid und bei Herrn Frank-Luqman Bresonik in Gladbeck angekommen sind, obwohl es Geschenksendungen waren.
Als Nächstes möchten wir uns für weitere Grüße zum Fastenmonat Ramadan bedanken, und zwar bei Jörg Hoffmann, Paul Gager, Karl-Heinz Grüttner und Bernd Seiser.
OM Seiser hat uns auch wieder die Hörerclubecke geschickt, vielen Dank. Und die nette Mail von Herrn Grüttner aus Nobitz-Ehrenhain lesen wir ein ander Mal vor.
An dieser Stelle wollen wir unserem langjährigen Hörerfreund Dieter Leupold aus Leipzig zu seinem 60. Geburtstag gratulieren, leider wissen wir nicht das genaue Datum. Ihnen Herr Leupold und allen anderen Hörerfreunden, die dieser Tage Geburtstag haben, wünschen wir Wohlergehen, Gesundheit und Zufriedenheit sowie die Fortsetzung Ihrer Freundschaft mit uns. Und wir hier haben auch bald einen runden Geburtstag, genauer gesagt in einem Jahr. Am 22. Juni 2017, wird der deutsche Funk aus Teheran 50 Jahre alt. Hoffen wir gemeinsam, dass in einem Jahr auch noch die "Funken" aus Teheran fliegen und zwar über die kurzen Wellen zu Ihnen liebe Hörerfreunde.
Da wir schon bei Terminen sind, wollen wir gerne auch an den morgigen Weltflüchtlingstag erinnern, der vor 15 Jahren von der UNO ausgerufen wurden, und weiterhin große Aktualität besitzt.
Seit dem ersten Jahr des 1. Weltkrieges, also seit 1914, gibt es auch schon einen Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der seinerzeit von Pabst Benedikt XV. mit einem Dekret ausgerufen wurde.
Zum Thema Flüchtlinge schrieb unser Hörerfreund Stephan Lipsius aus Kassel uns neulich eine Ansichtskarte von Prizren im Kosovo, worauf es hieß: "Liebe Freunde, nachdem ich länger nichts von mir hören lies, erneut einen Kartengruß aus dem Kosovo. Von der Balkan-Flüchtlingsruote ist man hier bislang verschont geblieben. Mal sehen, ob das so bleibt. Alle guten Wünsche und herzliche Grüße Stephan Lipsius."
Vielen Dank Herr Lipsius.
Eine Ansichtskarte der besonderen Art ist jetzt wieder in unserem Büro in Berlin eingegangen. Sie kommt in aus der Rubrik "Meerschweinchenkarten".
Na, dann kann sie ja von keinem anderen sein, wie von Werner Schubert in Grafing. Richtig?! Dortselbst schrieb er am 12. Juni:
"Hallo nach Teheran,
bevor ich nur noch Fußball schaue, hier endlich meine Empfangsberichte von April und Mai.
Es werden weniger – die Morgensendung fehlt.
Einen schönen Sommer wünscht Werner Schubert"
Lieber weniger Herr Schubert als überhaupt nicht! Danke. Und noch viel Spaß bei der Fußball-EM. Die bisherigen Leistungen der deutschen Mannschaft, vor allem im Spiel mit Polen, waren ja noch recht fragwürdig, wie man den Medien entnehmen konnte. Man darf sich überraschen lassen, wie es weitergeht.
Apropos Polen Frau Tschupankare, wir haben da noch einen Reisebericht von unserem guten Michael Lindner in der Hörerpostmappe, vielleicht wäre heute der geeignete Zeitpunkt, einmal daraus vorzulesen.
Keine schlechte Idee Herr Radschabi, bald beginnen ja auch die Sommerferien und da könnte der Bericht eine Anregung sein für eine Ferien- oder Urlaubsreise anderer Hörerfreunde, denn Herr Lindner schien ja ganz begeistert zu sein von dem, was er so erlebt hat.
Ja, da haben Sie recht. Und die Frage von Herrn Lindner, die auf der Rückseite einer der Ansichtskarten aus Polen stand: "War schon jemand von der deutschen Redaktion in Polen?" Müssen wir ja leider auch mit nein beantworten.
Aber Herr Lindner konnte unsere Sendung vom 7. April in Kolberg in Nordpolen über die 9660 kHz sehr gut empfangen mit SINPO 4-5-4-4-4.
"Liebe Freunde! Auch im Urlaub bleibe ich den Radiowellen von IRIB treu. Der Empfang hier in Nordpolen an der Ostsee ist absolut problemlos. Die beiliegenden Empfangsberichte sprechen für sich ... Polen überrascht total, alles super und gastfreundlich.
Viele Grüße Michael"
Bevor wir etwas intensiver eintauchen in ein neues Urlaubsgebiet, und aus dem langen Bericht von Herrn Lindner vorlesen werden, zunächst einmal unser heutiges Musikstück.
Wir wünschen Ihnen unbeschwerte Unterhaltung.
Bevor Herr Radschabi und ich nun beginnen aus dem Urlaubsbericht von Herrn Lindner vorzulesen, möchten wir um Verständnis bitten, dass wir, soweit vorhanden, nur die deutschen Namen der erwähnten polnischen Orte vorlesen, denn die Aussprache der polnischen Namen ist für uns sehr schwierig. Manchmal ist sie aber nicht zu umgehen:
"Wie jedes Jahr war die Wahl unseres Urlaubsortes nicht einfach, da mehrere Ziele in der näheren Auswahl standen. Nach reichlichen Überlegungen fiel dann die Entscheidung zu Gunsten der westpommerschen Kurstadt Kolberg an der Ostsee. Eigentlich war ein längerer Aufenthalt im Nachbarland Polen schon lange fällig. Bisher waren es immer nur Tagesaufenthalte im grenznahen Raum, wo wir mal den einen oder anderen Polenmarkt besuchten. Polenmärkte mögen kurios und interessant sein, sie vermitteln aber den Besuchern absolut kein Bild von Land und Leuten. Natürlich ist Polen kein weißer Fleck auf unserer persönlichen Landkarte, haben wir doch schon so einiges über unser östliches Nachbarland, Dank deutschsprachiger Rundfunkprogramme aus Warschau erfahren. So reifte langsam die Erkenntnis, das slawische Land, welches das sechsgrößte innerhalb der Europäischen Union ist, näher kennenzulernen.
Da man von Gera aus mit etwa zehn Stunden Reisezeit rechnen sollte, entschieden wir uns für eine Zwischenübernachtung an der deutsch-polnischen Grenze. Hier hatten wir eine Pension gebucht, die sich als eine echte Überraschung entpuppte. Neu, erstaunlich groß und herrschaftlich, auf einem riesigen Gelände gelegen, präsentierte sich diese Herberge wie ein Palast aus den Südstaaten der USA. Einen wundervollen Blick auf eine Pferdekoppel gab es gratis dazu. Kein Mensch rechnet mit einer so feudalen Pension in einem winzigen polnischen Dorf.
Musik
Nach einem kräftigen Frühstück setzten wir unsere Autoreise in Richtung Norden fort. Vorbei an Stettin ging es über die Europastraße 28 nach Nowogard bis Höhe Greifenberg, wo wir die Europastraße verliesen und das Ziel Kolberg ansteuerten. Die Stadt mit ihren nur etwa 46.000 Einwohnern macht einen großflächigen Eindruck. Im Zentrum von Kolberg stillten wir erst einmal unseren Hunger. Ohne es zu wissen, befanden wir uns in einem der bekanntesten und beliebtesten Restaurants der Stadt. Nach dieser schönen Erfahrung bummelten wir durch das kleine Stadtzentrum und konnten somit erste Eindrücke sammeln. Im gebuchten Hotel Olymp 3 empfing man uns freundlich, natürlich in deutscher Sprache.
Die Strandpromenade mit dem traumhaften, feinkörnigen Sandstrand der Ostsee befindet sich nur etwa 3 Minuten vom Hotel entfernt. Der markante Abschluss der Kurpromenade ist der 26 Meter hohe Leuchtturm am Kolberger Hafen. Der Turm bietet einen fantastischen Ausblick und ein kleines Museum für Natursteine. Der Aufstieg lohnt sich also. Vom anschließenden Hafen aus kann man mit einem Piratenschiff eine Rundfahrt unternehmen, oder mit der „Bornholm“, ein größerer Katamaran, eine Tagesschiffsreise zur dänischen Insel Bornholm unternehmen.
Sehr interessant ist die Strecke, immer entlang der Küste, wo man öfter halten sollte, um die fantastischen Blicke auf die See zu genießen. Viele kleine Orte mit neuentstandenen Ferienanlagen und Hotels erkundeten wir. In der Tat, wir waren total überrascht, was hier für traumhafte Feriendestinationen entstanden sind bzw. sich gerade im Bau befinden.
Für ein Erlebnis ganz anderer Art machten die Lindners einen Abstecher "raus aus der Urlaubsruhe, hinein in die Hektik des überschwemmenden Konsums" und fuhren nach Köslin, etwa vierzig Kilometer von Kolberg entfernt und entschieden sich statt der Sehenswürdigkeiten, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Einkaufs-zentrum 'Atrium' aufzusuchen.
Herr Lindner schreibt: Hier hat man eine unglaubliche Auswahl an polnischen und internationalen Marken, die auf 5.000 m² in 120 Geschäften angeboten werden. Viele Cafés, Restaurants und Bars runden das Angebot ab.
"Haben Sie schon mal was von der Dreistadt gehört? Um ganz ehrlich zu sein, wir nicht!" schreibt Herr Lindner weiter. So horchten wir sehr interessiert auf, als wir diesen Begriff in Zusammenhang mit Danzig hörten. Aber unsere Reiseleiterin brachte schnell Licht in diese spannende Angelegenheit. Dreistadt ist eine städtische Fläche mit den drei Zentren Danzig, Gdingen und Zoppot, die allesamt an der Danziger Bucht liegen. Auch wenn diese Städte praktisch zusammengewachsen sind, so wird doch jede Stadt separat verwaltet. Auch der öffentliche Verkehr wird von jeder Stadt selbst betrieben. Verbunden sind diese Städte mit einer Vielzahl moderner Schnellstraßen, die teilweise dreistöckig gebaut sind. Spätestens hier war uns bewusst, dass wir mit dem eigenen PKW jämmerlich versagt hätten. Alle Ausschilderungen waren in polnischer Sprache. Es war also eine goldrichtige Entscheidung, Danzig mit dem Reisebus zu erkunden.
Die Erkundung begann auf der Grünen Brücke mit Blick entlang des Mottlau-Ufers, wo einige Ausflugsschiffe auf Passagiere warteten. Von dieser Brücke aus fällt auch der Blick auf das Grüne Tor, welches sich als prunkvoller Bau majestätisch erhebt. Tritt man durch dieses Tor, befindet man sich schon mitten im historischen Danzig mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten. Der Neptunbrunnen, der seit 1633 vor dem Artushof steht, das Goldene Haus mit der wohl prächtigsten Außenfassade in der ganzen Stadt, und das mächtige Rechtstädter Rathaus.
Im weiteren Verlauf gelangten wir in die Frauengasse, die für die meisten Touristen und bestimmt auch Einheimischen die wohl schönste Gasse in der Stadt ist. Unzählige schmale und liebevoll geschmückte Häuser sind hier zu bewundern, die alle eine bauliche Besonderheit aufweisen. Diese Häuser haben sogenannte Beischläge, das sind erhöhte Terrassen vor der eigentlichen Haustür, die man über eine Treppe erreicht. Heute befinden sich in diesen Häusern vorrangig Kunsthandwerksläden, kleine Galerien, Souvenirläden und Cafés. Nicht zu vergessen natürlich die Schmuckgeschäfte, die exklusive Bernsteinkunst verkaufen.
Hier wurde sogar für den weltbekannten Film „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann gedreht, obwohl der Originalschauplatz des Films Lübeck ist. Trotz aller Faszination kommt man in der Frauengasse nur mühselig voran, da das holprige Kopfsteinpflaster den Füßen mächtig zusetzt. Aber es vermittelt einen unbeschreiblichen Hauch des alten Danzigs, man fühlt sich tatsächlich in einer längst vergangenen Zeit.
Wenn man bedenkt, dass das historische Zentrum der Stadt 1945 vollkommen zerstört war, grenzt es wohl fast an ein Wunder, das heute alle diese einmaligen Bauwerke in Danzig wieder im vollen Glanz erscheinen.
Nur etwa 40 Km südwestlich von Danzig schiebt sich die Kaschubei in die historische Region Weichselpommern, von der Ostsee in Richtung Süden, und weist so einige Besonderheiten auf. So wird zum Beispiel in der Kaschubei nicht nur polnisch, sondern auch kaschubisch gesprochen. Das merkt man sofort beim Durchfahren der Region, da hier die Ortseingangsschilder alle zweisprachig gehalten sind. Den unbestritten schönsten und bekanntesten Teil der Kaschubei findet man etwa in der Mitte der Region, der auch als die „Kaschubische Schweiz“ bekannt ist. Hier trifft man auf Traumlandschaften, die ohne Zweifel an eine Mittelgebirgslandschaft erinnern. Faszinierend sind die vielen Seen, die zwischen dunklen Wäldern, Wiesen und Feldern schimmern. Es sollen insgesamt über 500 Seen sein. Diese Seen haben interessanterweise fast alle eine längliche Ausdehnung. Eine ideale Region für ausgiebige Wanderungen oder Fahrradtouren. Bekannt geworden ist die Kaschubei durch den 1927 in Danzig geborenen deutschen Schriftsteller Günter Grass mit seinem weltbekannten Roman „Die Blechtrommel“. Hauptort der kaschubischen Schweiz ist das kleine Städtchen Karthaus, welches auch als Hauptstadt Kaschubiens angesehen wird. Wer mehr über die Kaschubei erfahren möchte, sollte diesen Ort aufsuchen.
Die zurückliegenden Tage waren für uns ein riesiges und überraschendes Erlebnis. Wunderschöne Landschaften, großartige Städte und freundliche Menschen liesen unsere Herzen höher schlagen. Pommern hat sich uns von seiner schönsten Seite gezeigt.
Vielen Dank den Lindners, dass sie uns immer wieder an ihren Erlebnissen teilhaben lassen und Sie "Uns und unseren Hörern" immer viel Wissenswertes vermitteln. Eine schöne Bereicherung.
Seien Sie gespannt liebe Hörerfreunde, was Sie beim nächsten Mal so alles erfahren werden, wenn wir am Sonntagabend wieder beisammen sind.
Bis dahin verabschieden wir uns wie immer mit einem herzlichen
Choda hafez – Gott schütze Sie!