Afrikanische-iranische Beziehungen im vergangenen iranischen Sonnenjahr
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Im iranischen Sonnenjahr 1394, das am 19. März 2016, zu Ende ging waren wir Zeuge der zunehmenden Beziehungen Irans mit afrikanischen Ländern in der Politik, Wirtschaft, im Sport und in der Kultur.
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Mrz 25, 2016 17:35 Europe/Berlin

Im iranischen Sonnenjahr 1394, das am 19. März 2016, zu Ende ging waren wir Zeuge der zunehmenden Beziehungen Irans mit afrikanischen Ländern in der Politik, Wirtschaft, im Sport und in der Kultur.



Im Zusammenhang damit kamen einige afrikanische Regierungspolitiker wie der Präsident von Ghana in den Iran, und suchten Amtsträger des iranischen Außenministeriums afrikanische Staaten auf. Auch wurde der Handelsausschuss der Iraner in Ost-Afrika gegründet.

Bezüglich der regionalen und internationalen Kooperationen beim Kampf gegen Extremismus und Terrorismus und den Problemen in Afrika und Nordafrika wie in Libyen sowie der Terrorgruppen, die bedauerlicherweise in Afrika aktiv sind, wurde genauso zwischen Iran und den afrikanischen Ländern wie Ghana Gespräche geführt wie über die Probleme von Ländern wie Jemen und Syrien.

Der afrikanische Kontinent ist geografisch gesehen der zweitgrößte Kontinent, beherbergt eine Bevölkerung von beinahe eine Milliarde und über 50 Länder und hat immer in der Außenpolitik des islamischen Irans einen besonderen Platz eingenommen.

Zurzeit unterhält die Islamische Republik Iran mit vielen afrikanischen Ländern diplomatische und gute politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen.

Der iranische Vize-Außenminister für arabische und afrikanische Länder sagte vor kurzem, dass die Anhebung des Beziehungsniveaus mit Afrika zu den vorrangigen Angelegenheiten in der iranischen Außenpolitik zählt.

John Dramani Mahama, Staatpräsident von Ghana, hat während seines Iran-Besuches mehrere Verträge unterschrieben. Bei seinem Treffen mit Präsident Hasan Rohani unterstrich er, dass Iran immer die unterdrückten Völker in Afrika im Kampf gegen Rassismus unterstützt hat.

Bei diesem Treffen hat der iranische Präsident erklärt, dass es zahlreiche Grundlagen für die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit gibt. Bei den Gesprächen zwischen den Delegationen beider Länder ging es um Fragen der Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und soziale Dienstleistungen.

Bei der gemeinsamen Sitzung für Wirtschafts- und Handelskooperationen Irans und Ghanas hat man über den Ausbau der Zusammenarbeit in der Industrie, Lagerstätten, dem Handel und der Landwirtschaft gesprochen.

Auf dieser Sitzung sagte der iranische Industrieminister, Iran könne angesichts seiner 100-jährigen Erfahrung in der Ölindustrie und seiner Tätigkeiten im Ingenieur- und Planungswesen und dem Bau von Anlagen für die Öl- und Gas- und Petrochemieindustrie ein guter Arbeitspartner für Ghana und auf dem afrikanischen Markt präsent sein.

Es war übrigens die erste Reise eines Präsidenten von Ghana in den Iran nach dem Sieg der Islamischen Revolution.

Im vergangenen iranischen Sonnenjahr nahmen auch die Beziehungen der Islamischen Republik zu Südafrika zu. Vor dem Iran-Besuch des südafrikanischen Präsidenten, war sein Vize Cyril Ramaphosa zusammen mit einer Delegation von 160 Geschäftsleuten, Industrieinhabern und Investoren nach Teheran gekommen um eine Intensivierung der Wirtschaftskooperationen zu erörtern.

Südafrika erwägt den Bau einer Ölraffinerie und es ist geplant, dass es aus iranischem Rohöl Benzin gewinnt, um auf diese Weise seine Abhängigkeit von internationalen Konzernen zu reduzieren.

Iran ist vor den Sanktionen der wichtigste Rohöl-Lieferant Südafrikas gewesen. Südafrika führt circa 380 Tausend Tonnen Rohöl am Tag ein und ist das am stärksten industrialisierte Land von Afrika. Die Wiederaufnahme der Erdöleinfuhr war ein wichtiges Thema zwischen Iran und Südafrika.

Der iranische Präsident hat bei seinem Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in Teheran mit Hinweis auf die Möglichkeiten in Iran und Südafrika betont, dass diese für einen angemessenen Ausbau der Kooperationen zwischen beiden Ländern genutzt werden müssen. Dr. Rohani hob dabei hervor, dass die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern zu den Grundsätzen der iranischen Außenpolitik gehört. Er forderte die Zusammenarbeit zwischen Teheran und Pretoria beim Kampf gegen den Terrorismus als ein internationales Problem. Er sagte: Die Islamische Republik Iran nimmt den Kampf gegen Gewaltsamkeit und Extremismus auf Weltebene ernst und ist davon überzeugt, dass alle an diesem Kampf teilnehmen müssen.

Der Vize-Präsident Südafrikas erklärte bei diesem Treffen, dass das südafrikanische Volk niemals die Unterstützungen und die Stellungnahmen Irans während der Zeit der Rassismusbekämpfung vergessen wird.

Im vergangenen Jahr hat Außenminister Mohammad Dschawad Zarif auf einer Reise in die Region Nordafrika aufgesucht. Sein Aufenthalt in Tunesien erfolgte im Zusammenhang mit dem Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Außenbeziehungen Irans. In Tunesien traf Zarif mit hohen Regierungspolitikern, darunter Habib Essid, dem tunesischen Premierminister zu Gesprächen zusammen.

Der iranische Außenminister sagte bei diesem Treffen, dass Tunesien und Iran gemeinsam gegen die wachsende Gefahr des Terrorismus vorgehen können.

Während seines Aufenthaltes in Algerien traf Zarif mit seinem Amtskollegen Ramtane Lamamra, Premierminister Abdelmalek Sellal und dem algerischen Präsidenten Abd al- Aziz Bouteflika zusammen, um Fragen der Region zu erörtern.

1394 haben die iranischen Verantwortungsträger an den Gipfeln der Länder der afrikanischen Union teilgenommen.

Der 26. Gipfel der Mitgliedsländer der Afrikanischen Union fand im Sitz dieser Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt.

Robert Mogabe ;Präsident von Zimbabwe, und der Vorsitzende der Afrikanischen Union Jacob Zuma , sowie der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gehörten zu den Rednern auf der Eröffnungsfeier.

Die Islamische Republik Iran nahm als Beobachter an diesen Sitzungen teil.

Im iranischen Sonnenjahr 1394 hat Iran mit mehreren afrikanischen Ländern, wie Kenia, Uganada, Niger, Zimbabweh und weiteren Gespräche über den Ausbau von Handelsbeziehungen und Investitionen geführt.

Gemäß dem Leiter der Organisation für den Handelsausbau kann Iran auf dem afrikanischen Kontinent bis zu 5 Milliarden Dollar investieren.

Faktoren für den Ausbau der Handelsbeziehungen mit Afrika bildet zum Beispiel die Möglichkeit für direkte Flüge und die Einrichtung einer Schifffahrtslinie in kurzer Zeit für den Geschäftsverkehr.

Der Vize-Präsident Irans, Ishaq Dschehangiri hat 1394 eine zweitägige Reise nach Afrika getätigt, um mit den Regierungsvertretern Algeriens zusammenzutreffen und an der zweiten gemeinsamen Kommissionssitzung für iranisch-algerische Wirtschaftskooperationen teilzunehmen. Algerien ist eines der Muslimländer, welches für seinen Kampf gegen Imperialismus bekannt wurde. Außerdem ist es ein Ölexporteur und Mitglied in der OPEC.

Dschehangiri hat im Gespräch mit dem Premierminister Abdulmalek Sellal auf die großen Kapazitäten beider Länder für den Ausbau der Wirtschafts- und Handelskooperationen sowie auf das Interesse westlicher Länder an einem Ausbau der Beziehungen mit Iran hingewiesen und gesagt: „Iran begrüßt den Aufbau der Beziehungen mit allen Ländern der Welt, möchte aber seine Zusammenarbeit mit Freundschaftsstaaten wie Algerien verstärken.“

Der algerische Ministerpräsident sagte, sein Land werde mit Hilfe der strategischen Beziehungen zwischen den afrikanischen Ländern die Grundlage für eine zunehmende Zusammenarbeit Irans mit allen Ländern schaffen. Abd al-Aziz Bouteflika der algerische Staatspräsident hat bei seinem Treffen mit Dschehangiri die Notwendigkeit der Konsultationen beider Länder über verschiedene Theman, wie der gesunkene Ölpreis betont und gesagt: „Mit Hilfe von Freundes- und Brüderstaaten wie Iran müssen wir eine Lösung für dieses Problem finden.“ Er unterstrich für die zunehmenden Konsultationen zwischen den Muslimen und ihre Einheit müsse man sich für die Bekämpfung der Komplotte des Feindes einsetzen und eine möglichst große Einmütigkeit unter den Muslimstaaten erzielen.

Die Reise des nigerianischen Außenministers Geoffrey Onyeama... nach Teheran war ein weiteres Ereignis im Rahmen der zunehmenden Beziehungen zwischen Iran und Afrika.

Auf dieser Reise wurde die Intensivierung der bilateralen und regionalen Zusammenarbeiten und Beziehungen besprochen. Zarif hat beim Treffen mit seinem nigerianischen Amtskollegen auf die potentiallen Möglichkeiten beider Länder für einen Ausbau der Beziehungen in der Wirtschaft, den Wissenschaften und neuen Technologien verwiesen und erklärt, dass Iran und Nigeria im Rahmen bilateraler und regionaler Zusammenarbeit ihre Kapazitäten in Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie verstärken können. Teheran und Abuja besitzen gute Chancen für eine Zusammenarbeit in der Wirtschaft und Grundlagenwissen beim Austausch von neuen Technologien und der Gründung von Privatunternehmen. Durch kontinuierliche Konsultationen können gemeinsame technologische Projekte bezüglich Strom und neue Energien mittels Zusammenarbeit in der Region und der Islamischen Welt im Rahmen der Gruppe D 8 intensiviert werden.

Der nigerianische Außenminister nannte die Islamische Republik Iran ein großes Land mit vielfältigen Möglichkeiten und forderte die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit.

Der nigerianische Präsident hielt sich im vergangenen iranischen Sonnenjahr zur Teilnahme an dem dritten Gipfel der GECF – das Forum Gas exportierender Länder - in Teheran auf. Er nutzte die Gelegenheit für ein Treffen mit Ajatollah Khamenei. Revolutionsoberhaupt Ajatollah hat bei diesem Treffen die verstärkte Zusammenarbeit der muslimischen Länder bei der Verteidigung der islamischen Identität und der Muslime als wichtiges Erfordernis bezeichnet.

                          Er unterstrich, dass man den internationalen Allianzen zur Bekämpfung von Terrorgruppen überhaupt nicht trauen kann, denn die Urheber würden sich hinter der Bildung oder Unterstützung von Terroristen verbergen. Er sagte, es sei ein Irrtum auf die Hilfe der USA und des Westens im Kampf gegen Terrorgruppen wie die IS –Terroristen und Boko Haram zu hoffen und konstatierte, dass gemäß präziser Informationen, die Amerikaner und einige reaktionäre Staaten der Region den IS-Terroristen direkte Unterstützung leisten.

Ajatollah Khamenei sagte auch, die zunehmenden Beziehungen zwischen den muslimischen Ländern solle nicht heißen dass man mit den anderen Ländern keinen Kontakt habe und erklärte: „Die Islamische Republik pflegt weitgehende Beziehungen zu allen Ländern mit Ausnahme der USA und dem zionistischen Regime. Aber sie ist der Überzeugung dass die muslimischen Staaten sehr viel mehr einander näher kommen müssen.“

Insgesamt gesehen lässt sich sagen, dass die Beziehungen Irans zu den afrikanischen Ländern 1394 intensiviert und dadurch neue Grundlagen für ihren Ausbau geschaffen wurden.

Nach den Sanktionen werden größere Schritte zur Nutzung der wirtschaftlichen Potentiale und Erfahrungen Irans beim Ausbau der Infrastrukturen in afrikanischen Ländern erwartet.