USA ziehen rund 12.000 Soldaten aus Deutschland ab
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Washington (Press TV) - Die USA wollen in den kommenden Wochen den Abzug von Truppen aus Deutschland beginnen.
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Jul 30, 2020 12:32 Europe/Berlin
  • USA ziehen rund 12.000 Soldaten aus Deutschland ab

Washington (Press TV) - Die USA wollen in den kommenden Wochen den Abzug von Truppen aus Deutschland beginnen.

"Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 11.900, und damit deutlich stärker als bisher bekannt, verringert werden. Rund 6.400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt, 5.400 in andere europäische Länder verlegt werden", erklärte der US-Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch in Washington.

Damit werde die «strategische Flexibilität» der US-Streitkräfte erhöht, sagte Esper im Pentagon vor Journalisten. Bislang hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10.000 der etwa 36.000 Soldaten in Deutschland gesprochen.

Die Kritiker des Plans behaupten, dass er für die USA Milliarden von Dollar kosten und die Position des Landes in Europa gegenüber Russland schwächen werde. 

"Der von der Regierung skizzierte Plan, Tausende von US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, ist ein schwerwiegender Fehler", sagte der republikanische US-Senator Mitt Romney am Mittwoch. 

"Es ist ein Schlag ins Gesicht eines Freundes und Verbündeten, während wir stattdessen unserem gegenseitigen Engagement zur Abschreckung der russischen und chinesischen Aggression näher kommen sollten", fügte er hinzu. 

Unterdessen warnte der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags Norbert Röttgen am Mittwoch, dass Trumps Plan "das (NATO-) Bündnis schwächen wird".

"Die Schlagkraft des US-Militärs wird nicht erhöht, sondern verringert, gerade mit Blick auf Russland und den militärischen Dauerkonflikten im Nahen Osten", sagte Röttgen weiter.

Trump bestätigt Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland

US-Präsident Donald Trump verteidigte den Schritt jedoch und bezeichnete ihn als eine Strafe für Deutschland, weil es nicht bereit war zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung an die NATO zu zahlen.

"Wir geben viel Geld für Deutschland aus, sie nutzen uns für den Handel und sie nutzen das Militär, also reduzieren wir die Streitkräfte", sagte Trump am Mittwoch vor Reportern im Weißen Haus. 

Trump fügte hinzu, die Soldaten seien zum Schutz Deutschlands da, "und Deutschland soll dafür bezahlen. Deutschland zahlt nicht dafür. Warum sollten wir sie (die Soldaten) dalassen? Wir wollen nicht mehr verantwortlich sein", so der US-Präsident.

Der Schritt ist die jüngste Wendung in den Beziehungen zwischen Berlin und Washington, die seit Trumps Bekanntgabe seines Rückzugsplans im letzten Monat angespannt sind. 

Seit Beginn seiner Präsidentschaft hat Trump Deutschland dazu gedrängt, die NATO-Ausgaben zu erhöhen, und Berlin beschuldigt, aufgrund seiner Energieabhängigkeit ein "Gefangener" Russlands zu sein.