Qanat; ein Meisterwerk der Iraner im Herzen der Erde + Bilder
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Der Qanat Qasbeh Gonabad ist der tiefste Qanat in Iran und weltweit und liegt in der Provinz Razavi-Chorasan
ParsToday- Kariz, auch Kahriz, ist ein persisches Wort und bedeutet der Qanat. Die Qanate sind eine Erfindung der Iraner und so alt wie die antike Kultur ihres Landes.
Es handelt sich um unterirdische Wassertunnel, die an einem höher gelegenen Hauptbrunnen (Tschah Madar) beginnen und bis zum „Mazhar” verlaufen, wo das Wasser an die Erdoberfläche tritt. In vielen iranischen Gebieten mit trockenem und warmem Klima nutzt die Bevölkerung noch immer dieses alte Wasserversorgungssystem.
Der historische Ursprung des Qanats in Iran
Die Geschichte der Qanate in Iran reicht mehr als 2.500 Jahre zurück. Laut ParsToday belegen historische Dokumente, dass die ersten Qanate während der Achämenidenzeit errichtet wurden und sich rasch im ganzen Land verbreiteten. Die Iraner waren in der Lage, komplexe Qanate-Netzwerke zu errichten, von denen einige noch heute genutzt werden. Die Qanate-Bautechnik verbreitete sich im frühen ersten Jahrtausend v. Chr. in den trockenen Bergregionen des Landes und ermöglichte es den Bauern, auch während langer Trockenperioden Feldfrüchte anzubauen, wenn kein Oberflächenwasser verfügbar war. Von dort aus verbreiteten sich die Qanate allmählich auch in anderen Teilen der Welt. Heute gibt es sie von China bis Marokko und sogar auf dem amerikanischen Kontinent.

Eines der bekanntesten Beispiele ist der Qanat Qasbeh Gonabad in der Provinz Razavi-Chorasan im Nordosten Irans. Mit einer Tiefe von über 350 Metern gilt er als einer der ältesten und tiefsten Qanate der Welt. Der Qanat Zarch in der Stadt Yazd im Süden des Landes gilt mit einer Länge von über 70 Kilometern als das längste Qanat des Irans. Im Jahr 2016 wurden 11 iranische Qanate von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) zum Weltkulturerbe erklärt. Dies unterstreicht die globale Bedeutung dieser einheimischen Technologie.

Qasbeh Gonabad, der tiefste Qanat in Iran und der Welt
Zu den bei der UNESCO registrierten Qanaten gehören die Städte Gonabad, Baladeh Ferdows, Zarch, Hassanabad, die Wassermühle Mirza Nasrallah in Mehriz, Jopar in Kerman, Akbarabad, Qasemabad in Barvat, Bam, Mon in Ardestan, Vazvan und Mazdabad in Isfahan sowie Ebrahimabad in Arak. Sie befinden sich in den sechs Provinzen Khorasan Razavi, Süd-Chorasan, Yazd, Kerman, Markazi und Isfahan.

Anwendung von Qanaten
Der Qanat Qasbeh Gonabad ist der tiefste Qanat in Iran und weltweit und liegt in der Provinz Razavi-Chorasan. Er ist über 2.500 Jahre alt, wurde während der Achämenidenzeit erbaut und sein Brunnen ist über 350 Meter tief. Er ist etwa 33 Kilometer lang und versorgt die umliegenden Gebiete mit Wasser.
Die Qanate spielten in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Trinkwasserversorgung, der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und sogar der Kühlung von Häusern und öffentlichen Gebäuden in Iran. In Städten wie Yazd im Südiran, Kerman im Südosten des Landes und Kashan in Zentraliran wurde die Stadtarchitektur so konzipiert, dass das Wasser der Qanate für Haushaltszwecke, Bäder, Zisternen und Gärten genutzt wurde. Dieses nachhaltige und kostengünstige System ermöglichte das Leben in Trocken- und Wüstengebieten und trug maßgeblich zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung bei. Die Qanate sind nicht nur eine Ingenieurstechnologie, sondern auch Teil der kulturellen Identität Irans. Er wurde 2016 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.