Afghanistan 19 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September
Bagdad (ParsToday/PressTV) - Fast jeder Afghane weiß, wie die Terroranschläge vom 11. September sein Land in den Mittelpunkt der globalen Politik gerückt haben.
Unmittelbar nach den Anschlägen griffen die USA unter der Präsidentschaft des Republikaners George W. Bush und ihre Verbündeten am 7. Oktober 2001 im Rahmen des sogenannten Krieges gegen den Terror in Washington Afghanistan an. Die Offensive entfernte das Taliban-Regime von der Macht, aber nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten sind die ausländischen Truppen immer noch im Land stationiert.
Ungefähr zwei Jahrzehnte später haben die USA nicht nur ihr erklärtes Ziel, den Terrorismus zu entwurzeln, nicht erreicht, sondern auch Gespräche mit der militanten Taliban-Gruppe als Verhandlungspartner geführt, um ihre Streitkräfte aus Afghanistan abzuziehen.
Und jetzt, da die Welt den Jahrestag der Invasion feiert, bleibt die Hauptfrage: "Hat sich die Invasion gelohnt?"
Einem Bericht der Unabhängigen Menschenrechtskommission Afghanistans zufolge wurden seit der US-Invasion mehr als 150.000 afghanische Zivilisten und ausländische Streitkräfte getötet.
Heute sagen Afghanen, sie hätten aufgrund des US-Krieges ein zerstörtes Land geerbt. Während fast alle Infrastrukturen bei dem Krieg zerstört wurden, fragen sich die Afghanen, wie sie ihr Land nun wieder aufbauen können.
Nach Berichten internationaler Gremien wie dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat sich Afghanistan nach der US-Invasion zu einem der weltweit führenden Opiumproduzenten entwickelt.
Heute, da die internen afghanischen Gespräche bald beginnen, sind die Afghanen hauptsächlich besorgt darüber, dass das, was sie in den letzten Jahren im Bereich der Bürger- und Menschenrechte erreicht haben, nicht ernst genommen wird. Sie haben ihre Regierung aufgefordert, in ihren Gesprächen mit den Taliban nicht auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen, wenn es um Menschenrechte und Redefreiheit geht.