HRW: Afrikanische Migranten werden in Saudi-Arabien unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten
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Riad (Press TV) - In einem Deportationszentrum in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Hunderte Arbeitsmigranten, am meisten aus Äthiopien, unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten worden.
(last modified 2025-08-23T09:00:00+00:00 )
Dez 16, 2020 14:05 Europe/Berlin
  • HRW: Afrikanische Migranten werden in Saudi-Arabien unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten

Riad (Press TV) - In einem Deportationszentrum in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Hunderte Arbeitsmigranten, am meisten aus Äthiopien, unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten worden.

HRW warnte am Dienstag in ihrem Bericht vor den unmenschlichen Bedingungen des Deportationszentrums und sagte, die Migranten seien "für längere Zeit in extrem überfüllten Räumen" festgehalten worden und die Aufseher hätten sie mit gummibeschichteten Metallstangen gefoltert und geschlagen.

Mehr als ein Drittel der 34 Millionen Einwohner Saudi-Arabiens sind Migranten. Darunter sind HRW zufolge schätzungsweise 10 Millionen Arbeitsmigranten.

HRW gab außerdem bekannt, dass mindestens drei Menschen seit Oktober im Lager gestorben seien.

"Saudi-Arabien, eines der reichsten Länder der Welt, hat keine Entschuldigung dafür, Wanderarbeiter monatelang unter entsetzlichen Bedingungen inmitten der Corona-Pandemie festzuhalten", sagte die Mitarbeiterin in der Abteilung für Flüchtlings- und Migrantenrechte bei HRW, Nadia Hardman.

"Videoaufnahmen von Menschen, die zusammengepfercht sind, Foltervorwürfe und rechtswidrige Morde sind schockierend, ebenso wie die offensichtliche Abneigung der Behörden, irgendetwas zu tun, um die Missbrauchsbedingungen zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", fügte sie hinzu.

HRW zitierte Häftlinge mit den Worten, dass einige von ihnen mit dem Coronavirus infiziert waren, aber keine Maßnahmen ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren.

"Die saudischen Behörden sollten die am stärksten gefährdeten Häftlinge unverzüglich freigeben und sicherstellen, dass die Inhaftierung nur als außergewöhnliche Maßnahme der letzten Instanz eingesetzt wird", hieß es im HRW-Bericht.

"Folter und andere Misshandlungen sollten sofort beendet werden und man sollte sicherstellen, dass die Haftbedingungen den internationalen Standards entsprechen", forderte HRW.

Wegen Kriegsverbrechen - Saudi-Arabien schafft Einzug in UN-Menschenrechtsrat nicht

Saudi-Arabien hatte in vergangenen Jahren Tausende Migranten wegen Verstößen gegen Aufenthalts- und Arbeitsbestimmungen abgeschoben. Der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM) zufolge wurden seit März 2017 rund 260.000 Menschen von Saudi-Arabien nach Äthiopien deportiert.

"Saudi-Arabien sollte schnell handeln, um die missbräuchlichen Bedingungen im Deportationszentrum von Riad zu beenden und das Potenzial eines verheerenden COVID19-Ausbruchs einzudämmen. Regierungen mit Staatsangehörigen innerhalb der Einrichtung sollten Druck auf die saudischen Behörden ausüben und alles tun, um die freiwillige Rückkehr zu erleichtern", betonte Hardman.

Die Inhaftierung von Migranten in bedauerlichen Einrichtungen in Saudi-Arabien ist seit langem ein Thema.