Ärzte ohne Grenzen kritisiert europäische Flüchtlingspolitik
Genf (ParsToday/AssociatedPress) - Die internationale Organisation für medizinische Nothilfe, Ärzte ohne Grenzen, hat den Umgang der europäischen Regierungen bei der Flüchtlingskrise kritisiert.
Die Leiterin von Ärzte ohne Grenzen Joanne Liu, sagte am Donnerstag unter Hinweis auf den ungerechten Umgang europäischer Regierungen mit den in Libyen gestrandeten Flüchtlingen: "Mit seinem Verhalten stellt sich Europa mehr oder weniger auf die Seite der Menschenschmuggler."
Laut Joanne Liu habe der Umgang europäischer Regierungen bei der Flüchtlingsfrage zur Folge gehabt, dass den Migranten verwehrt wurde, in ihre Länder zurückzukehren.
Wie Ärzte ohne Grenzen weiter berichtet, trage dies außerdem dazu bei, dass Flüchtlinge Bestechungsgeld an Schlepper und Menschenhändler zahlen, damit ihnen der Übergang über das Meer ermöglicht wird, was schon oft in Versklavungen geendet hat.
Seit der Vereinbarung zwischen Europa und der Türkei im vergangenen Jahr ist den Flüchtlingen der Übergang über das Meer Richtung Griechenland verwehrt und sie sind auf Boote angewiesen, um von Libyen nach Europa bzw. Italien zu gelangen. Menschenschmuggler und Schlepper sind auf dieser Route aktiv.