BRICS strebt gerechtere Architektur der internationalen Beziehungen an
ParsToday - Die Russische Universität für Völkerfreundschaft (RUDN) war Gastgeber einer internationalen Konferenz, an der Experten, Forscher und Politikwissenschaftler teilnahmen, um die Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung unter den gegenwärtigen globalen Bedingungen zu untersuchen.
Wie ParsToday unter Berufung auf den internationalen BRICS-Fernsehsender TV BRICS berichtet, wurde bei dem Treffen die Rolle der BRICS-Staaten und Chinas als einflussreiche Faktoren im Welthandel hervorgehoben.
Vladimir Filippov, der Präsident der Russischen Universität für Völkerfreundschaft, betonte bei dem Treffen die Notwendigkeit, die regionale Zusammenarbeit im Rahmen von Organisationen wie BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) zu stärken.
"Wir müssen unsere Beziehungen intelligenter entwickeln und dürfen uns nicht auf eine abstrakte Globalisierung beschränken. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf Finanzen, Wirtschaft und Produktionsstandards aus, und Russland und die Universität für Völkerfreundschaft (RUDN) nehmen in diesem Prozess eine besondere Stellung ein“.
Auch Alexey Maslov, der Direktor des Instituts für Asien- und Afrika-Studien an der Lomonossow-Universität, verwies auf den Paradigmenwechsel in der Weltwirtschaft: „Wir erleben heute keine Globalisierung, sondern einen globalisierten Regionalismus, in dem jedes Land seine eigene makroökonomische Zone aufbaut. China spielt dabei eine zentrale Rolle.
Laut Maslov deuten die aktuellen Entwicklungen im Welthandel auf eine Verschiebung der Logik internationaler Interaktionen hin, wobei die Großmächte die Schaffung unabhängiger Produktionsketten und Handelszonen anstreben.
Farhad Ibragimov, Dozent an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RUDN-Universität und politischer Analyst, erörterte in einem Interview mit BRICS TV die Rolle der BRICS bei der Entwicklung des Handels und sagte: „Heute ist die BRICS nicht nur eine wirtschaftliche Institution, sondern ein neues Modell der internationalen Zusammenarbeit“.
Er fügte hinzu, dass die im Rahmen von BRICS+ gebildeten Institutionen alternative Kanäle für die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern geschaffen hätten und dazu beitrügen, eine gerechtere Architektur in den internationalen Beziehungen zu schaffen.
Ibragimov erwähnte insbesondere die Rolle der Neuen Entwicklungsbank (NDB), die seiner Meinung nach eine Plattform für die aktive Teilnahme von Ländern wie Iran an der Weltwirtschaft biete.
Russische Kommunen unterzeichnen mehr als 100 Kooperationsabkommen mit BRICS-Staaten
Laut einem Bericht des russischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung haben die Kommunen des Landes mehr als 100 formelle Kooperationsabkommen mit ihren Partnern in den BRICS-Staaten unterzeichnet. Diese Statistik zeigt einen Anstieg der Unterzeichnung solcher Abkommen um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dmitry Volvach, der stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation, hob in einer Erklärung hervor, dass die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen auf kommunaler Ebene eine Schlüsselrolle bei der Nutzung des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Potenzials der Regionen des Landes spiele.
Er unterstrich die Bedeutung der multilateralen Zusammenarbeit und betonte, dass diese Partnerschaften zum gegenseitigen Verständnis, zur Widerstandsfähigkeit und zu einem inklusiven Wachstum unter den BRICS-Mitgliedern beitrügen.
Nach Angaben des russischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung fanden im Jahr 2024 mehr als 400 Veranstaltungen für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit auf lokaler Ebene statt, an denen mehr als 50 Prozent der BRICS-Partner teilnahmen. Volvach betonte auch die zentrale Rolle des Blocks bei der Stärkung des internationalen kommunalen Dialogs.
Nach seinen Worten arbeiten russische Städte und Gemeinden mit ihren BRICS-Partnern über verschiedene Plattformen eng zusammen, unter anderem das „Russland-Islamische Welt: KasanForum“.