Cinema Verité - Cinema Haqiqat - 10. Teheraner Dokumentationsfestival
Der Vorgänger des iranischen Spielfilms, der sich inzwischen einen internationalen Ruf verschaffen konnte, ist die Dokumentation. Als Mirza Ebrahim Chan, der Hoffotograf von Mozaffar ad- Din Schah, 1900 in der Pariser Weltausstellung mit der Kinematographie Bekanntschaft geschlossen hatte , drehte er den ersten iranischen Dokumentarfilm.
Der iranische Dokumentarfilm soll die Kultur, Kunst und Geschichte Irans widerspiegeln. Er konnte sich besonders in den letzten Jahren Ansehen auf der Welt verschaffen. Dies zeigen seine zahlreichen Erfolge und Auszeichnungen auf renommierten internationalen Festspielen. Zum Beispiel wurde im November dieses Jahres der Film "online" von Moin Karimoddini nach vorherigen internationalen Erfolgen, vom 14. Filmfestival Front Doc, Italien, mit dem Preis für die beste Langzeitdokumentation ausgezeichnet.
Der Film "Kapitän Soleyman" von Saadat Ali Saidpur" wurde von dem 42. Filmfestival für Umwelt "Ekotopfilm" in der Tschechischen Republik als beste Kurzdokumentation ausgezeichnet. Ekotopfilm ist ein wichtiges Festival zum Thema Umwelt und Ökologie und verknüpft beide Fachwelten miteinander.
In der Abteilung bester Dokumentarfilm des 10. Asia Pacific Film Festival, welches im vergangenen November stattfand, wurde der iranischen Dokumentation "Träume kurz vor Tagesbeginn" von Mehrdad Oskui. der erste Preis verliehen.
Neben den vielen internationalen Erfolgen liefert auch das zunehmende Interesse im Inland für Filmdokumentationen einen Ansporn. In diesem Zusammenhang ist auch die Einführung eines Dokumentationsfestivals auf nationaler Ebene namens Kino der Wahrheit "Cinemaye Haqiqat" maßgebend. Dieses Festival besteht nun schon fast 10 Jahre und konnte bislang zufriedenstellende Resultate liefern. Das Zentrum für die Förderung des Dokumentar- und Experimentalfilms begeht zur Zeit vom 4. bis 11. Dezember unter dem Motto "Die Wahrheit ist der beste Wegführer" - ein Wort von Imam Ali (F) - die 10. Runde des internationalen Dokumentationsfestivals Cinema Verité- "Kino der Wahrheit". Zu den Leitsätzen und Zielen dieses Festivals gehört: Die Wiederspiegelung der Geschichte und Kultur der islamisch-iranischen Gesellschaft, der Schutz der nationalen Identität aufgrund der religiösen und iranischen Sichtweise, die Stärkung des kreativen Dokumentarfilmes Irans, Darstellung der Beziehung zwischen Dokumentationsfilm und gesellschaftlicher Wirklichkeit, Bekanntschaft der Filmemacher des Landes mit den neuen Entwicklungen beim internationalen Dokumentationsfilm, Beachtung des wirtschaftlichen Aspektes des Dokumentarfilms mit Schwerpunkt auf Beseitigung von Hindernissen bei der Produktion und Verteilung und Vorführung dieser Filmwerke im Inland und Ausland.
Das 10. Festival "Kino der Wahrheit" zeigt 184 ausgesuchte Dokumentationen - 125 aus dem Iran und 59 aus 35 anderen Ländern. Die Provinz Kerman im Osten Irans wird vom 13. bis 15 Dezember Gastgeber von Dokumentationsfilmern und den Gewinnern des 10. Dokumentarfestivals Irans sein. Sowohl in Teheran als auch in Kerman werden Workshops eingerichtet. In einer Sonderabteilung des Festivals, die nur in Kerman stattfindet werden Filme von zwei alterfahrenen iranischen Filmemachern, nämlich Manutschehr Asgarinesab und Mohammad Islami vorgeführt werden und außerdem werden die Werke von 18 bekannten Kermaner Dokumentationsfilmern zu sehen sein.
Nach dem Festival in Teheran werden die Gewinner des Festivals und erfahrene Meister des Dokumentationsfilms sowie die Mitglieder der Jury sich nach Kerman begeben, um dort die auserwählten Filme des 10. Dokumentarfilmfestivals vorzuführen und die Sehenswürdigkeiten in der Provinz Kerman zu besichtigen.
An der internationalen Wettbewerbssparte nehmen 7 iranische und 27 ausländische Dokumentationen teil. Zu der Jury gehörten Dr. Ahmad Sabeti Dschahromi und Mustafa Razzaq-Karimi aus Iran, Dimitri Kerkinos, Kunstleiter des Thessaloniki Dokumentarfilmfestivals in Griechenland, Wood Lin , der Programmleiter des Taiwaner Internationalen Dokumentarfilmfestivals, die bosnische Regisseurin Elma Tataragic und der italienische Filmemacher Stefano Tealdi .
Die Jury der 10. Runde des Dokumentarfilmfestivals Cinema Verité An diesem wichtigen Ereignis in der Welt des Dokumentarfilmes haben über 40 Gäste aus dem Ausland aus verschiedenen Ländern teilgenommen.
Zu den Gästen, die auf dem Filmbazar des Festivals Cinema Varité gehörten unter anderen der Planer des Kopenhageners Dokumentarfilmfestivals und der Leiter der Kritikerwoche des Venediger Festivals sowie der Vertreter des Dokumentarfestivals Visions du Réel in der Schweiz. Ebenso nahmen der oberste Direktor des Filmbazaars Busan(Korea), ein Filmproduzent und Verteiler aus der Tschechischen Republik , die Leiterin des Filmbazars des Dokumentarfilmfestivals von Thessaloniki (Griechenland) , und Produzent Stephano Tealdi aus Italien, sowie ein weiterer französischer Produzent, Thom Powers, Leiter des Dokumentarfilmfestivals von New York und Kunstdirektor des Torotono Festivals, sowie der Leiter des Asiatique-Festivals in Italien teil.
In der internationalen Wettbewerbssparte, zu der 27 Filme aus 24 Ländern zugelassen wurden, bewerben sich die Filme um das Türkis-Standbild des Cinema Verité in den Kategorien, kurze, mittlere und lange Dokumentationen. Deutschland ist mit 6 Filmen beim Wettbewerb vertreten. Italien und die USA nehmen mit jeweils 3 Filmen und Frankreich, England, Polen,Russland, Schweiz und Kolumbien mit jeweils zwei Dokumentationen teil. Mit jeweils einem Dokumentarfilm beteiligen sich die Länder Spanien, Portugal,Türkei, Kroatien, Ukraine, Rumänen, die tschechische Republik,Schottland, Mexiko, die Republik Aserbaidschan, Litauen, Taiwan, Libanon, Kirgisien und Pakistan an dem Wettbewerb.
In der Nicht-Wettbewerbssparte des internationalen Dokumentarfilmfestivals sind 21 Länder vertreten. Insgesamt nehmen die Deutschen mit 10 Filmen am stärksten an diesem Festival in Teheran teil.
In den letzten Jahren sind eine große Anzahl von Dokumentationsprojekten gemeinsam von mehreren Ländern umgesetzt worden . Dies zeigte sich auch an den Filmwerken, die beim Teheran Dokumentarfilmfestival zugelassen wurden.
Unter den insgesamt 228 Dokumentarfilmen, die sich um eine Teilnahme in der Festivalsparte Schahid Awini des 10. internationalen Dokumentarfilmfestival Cinema Verite bewarben waren mehr als 65 Filme zum Thema "Verteidiger der Heiligen Stätte " im Festivalbüro eingegangen. Die Jury vergibt einen Sonderpreis namens "Verteidiger der Heiligen Stätte" an einen Film, der bei der Abteilung nationaler Wettbewerb des Festivals zugelassen und vorgeführt wird.
Die Sparte "Schahid Awaini-Preis- ist allgemein für Dokumentationen vorgesehen, die mit den Themen Widerstand, Islamische Revolution und Heilige Verteidigung zu tun haben.
Abschließend kann festgestellt werden, dass es beim iranischen Dokumentationsfilm sowohl qualitativ als auch quantitativ weiter einen Aufwärtstrend zu verzeichnen gibt. Das Festival Cinema Verité sprich: Cinema Haqiqat - zu deutsch: "Kino der Wahrheit" ist zur wichtigsten Gelegenheit für die iranischen Dokumentarfilmer, ihre Werke vorzustellen. Dieses Festival, welches seine Arbeit am 4. Dezember im Teheraner Pardis Tscharsu aufgenommen hat, konnte sich im Laufe der vorhergehenden 9 Runden einen Ruf auf nationaler und internationaler Ebene verschaffen. Es ist zu einem wichtigen Ziel für die iranischen Dokumentarfilmer geworden, an diesem Festival präsent zu sein.